Frankreich wieder vorbildlich: Krankenhauspersonal tritt wegen Zwangsimpfung in den Streik

Symbolfoto: Von Black Salmon/Shutterstock

In der südfranzösischen Stadt Drôme sind Ärzte und Krankenschwestern gegen die Covid-19-Zwangsimpfung in einen unbefristeten Streik getreten. Am vergangenen Freitag versammelten sich hunderte von ihnen vor dem Krankenhaus in Montélimar und skandierten „Liberté!(Freiheit).

Etwa 200 Ärzte und 1.500 Krankenschwestern wehren sich gegen den von Präsident Macron verordneten Zwang zur Corona-Impfung im Gesundheitswesen, der ab September gilt.

„Ich bin keine Laborratte“, erklärte Elsa Ruillère, lokale Vertreterin der Gewerkschaft CGT „Es dauerte ein paar Tage, bis alle begriffen hatten, was los war“, so Ruillère gegenüber france3. Das Krankenhauspersonal fühlt sich erpresst: „Wir sind nicht gegen Impfungen, sondern für eine informierte Entscheidung und freie Zustimmung für alle. Wir sind gegen die Impfpflicht bei Androhung der Entlassung.“

Nach Ablauf der Frist vom 15. September erhalten Berufstätige, die keinen Gesundheitspass nachweisen können, entweder von ihrem Arbeitgeber oder von der Krankenkasse einen Berufsverbotsbescheid. Der Umstand, daß ein Angestellter seinen Beruf länger als zwei Monate nicht mehr ausführen kann, rechtfertige seine Entlassung, glaubt man seitens der Regierung.
Wer sich der Anordnung verweigert, riskiert ein Jahr Gefängnis und eine Geldstrafe von 45.000 Euro.

Seit Mitte Juli gehen in Frankreich Tausende auf die Straße. Sie wehren sich gegen die von der Macron-Regierung eingeführte Impfpflicht im Gesundheitswesen und den verordneten „Gesundheitspasses“, ohne den man keinen Zugang mehr zu öffentlichen Veranstaltungsorten mit mehr als 50 Personen hat. Ab dem 1. August gilt die Passpflicht auch für Cafés, Restaurants und Geschäfte.

Wie überall ist in Frankreich die Zahl der Positiv-Getesteten in der vergangenen Woche gestiegen, was an der Delta-Variante liegen soll. Laut Regierung seien 96 Prozent der Betroffenen nicht geimpft. Die positiven Tests gehen nicht einher mit mehr Erkrankungen oder Krankenhauseinweisungen, wie Großbritannien und die Niederlande zeigen. Die Hospitalisierungs- und Todeszahlen sind in beiden Ländern trotz extrem hoher Inzidenzen seit Wochen auf sehr niedrigem Niveau, berichtet die Bild.

Obwohl es in beiden Ländern keinen Lockdown ist die sogenannte 7-Tages-Inzidenz bereits wieder im Sinkflug. In den Niederlanden fiel sie von 414 am 20. Juli auf 298 am 25. Juli. In Großbritannien sank die Inzidenz binnen weniger Tage von 492 auf 422. (MS)