Frankreich: Widerstand gegen den „Pass der Schande“ weitet sich aus

Foto: Von NeydtStock/shuttersock

In Frankreich ruft die größte Gewerkschaft des Landes gegen den von der Macron-Regierung durchgesetzten Impfzwang zum Streik auf. Besonders von Links kommt Widerstand gegen die zukünftige „Zweiklassengesellschaft“. 

Die Wut über den „Pass Sanitaire“ wächst. Für kommenden Sonnabend sind laut zickzack weitere Demonstrationen, auch in Paris, angekündigt. Unterstützung bekommen die Impfzwang-Gegner nun von der „CGT“ (Confédération générale du travail), der größten Gewerkschaft des Landes mit mehr als 600.000 Mitgliedern. Die CGT ist für ihre Nähe zum Kommunismus bekannt, dementsprechend klingt auch ihre Stellungnahme zur anstehenden Trennung der Gesellschaft in Geimpfte und Nicht-Geimpfte: Die aktuelle Krise habe „die Grenzen und die katastrophalen Folgen der jahrzehntelangen liberalen Politik aufgezeigt, die ausschließlich zum Nutzen kapitalistischer Interessen betrieben wurde“, so die CGT in ihrer Erklärung. Grundsätzlich sei man für die Impfung, aber gegen Repression und sozialem Rückschritt.

Die Eisenbahngewerkschaft „SUD Rail“ verweigert sich den beschlossenen „autoritären Maßnahmen“ des französischen Präsidenten Macron. Sie ruft auf Facebook Eisenbahnbedienstete dazu auf, den „Pass der Schande“ nicht zu kontrollieren.

Widerstand kommt ebenfalls von der demokratisch-sozialistischen Partei „La France Insoumise“. „Wir weigern uns, dieses Land weiter zu spalten, die Bürger in ‘Gute mit Impfung’ und ‘Böse ohne Impfung’ zu unterteilen. Wir weigern uns, die Rechte und Freiheiten aller weiter einzuschränken und mit QR-Codes und Schlagstöcken zu leben“, so die Abgeordnete Danièle Obono auf Twitter.

Gewerkschaften aus dem Gesundheitsbereich kündigten unbefristete Streiks in Krankenhäusern gegen den Impfzwang der Belegschaft an. In Lyon fordern Krankenhausangestellte neben Gehaltserhöhungen und besseren Arbeitsbedingungen, dass ungeimpften Kollegen nicht gekündigt wird sowie eine Wahlfreiheit bei den Impfstoffen und die Einhaltung der ärztlichen Schweigepflicht.

Auch in Griechenland halten die Proteste gegen den ab 1. September verhängten Impfzwang im Gesundheitswesen an. Tausende tragen ihren Unwillen landesweit auf die Straße: „Wir sind freie Menschen und wir sind nicht verpflichtet, etwas an unserem Körper zu tun, ohne gefragt zu werden. Deshalb sind wir mit der Entscheidung der Regierung nicht einverstanden“, zitiert RT einen von ihnen. Unterstützung bekommen sie mittlerweile von nationalistische Gruppierungen, Vertretern der orthodoxen Kirche und betroffenen Mitarbeiter aus dem Gesundheitsbereich. (MS)