Das Buch zur Bundestagswahl: „Pack“

Am 26. September sollen Bundestagswahlen stattfinden. Deshalb kann ein wenig politische Bildung vorher nicht schaden. Bundestagswahlen sind nämlich, so, wie der „mündige Bürger“, nicht mehr das, was sie einmal gewesen sind. Warum das so ist, erklärt ein Experte für die Geschichte der Linken in seinem überaus lesenswerten Sachbuch mit dem Titel „Pack“. Die Rezension.

von Max Erdinger

Hurra, hurra, es ist Urlaubszeit! Urlaubszeit ist Lesezeit. Gut verbracht ist die Lesezeit immer mit einer Lektüre, die – aus Gründen – in keiner öffentlichen Bibliothek auszuleihen wäre. Weswegen man sie sich unbedingt kaufen sollte. Es geht um Alp Mars Buch „Pack„, Untertitel: „Die Abschaffung der Demokratie – oder – Was man über Linke wissen sollte“. Wer, so wie ich, dachte, daß ihm über Linke alles Wissenswerte bereits bekannt sei, wird staunen. Bei „Pack“ handelt es sich um eine gigantische Fleißarbeit auf 450 Seiten. Es geht um nicht weniger, als um die gesamte Entstehungsgeschichte des linken Denkens, respektive um das, was Linke für Denken halten. Allein das Quellenverzeichnis umfaßt bereits 11 engbedruckte Seiten.

„Pack“ von Alp Mar – Foto: Autor

Alp Mar fängt bei Aristoteles an, kommt über den Staatsgedanken ansich zu den Solariern des Benediktiners Tommaso Campanella und deren Vorstellung vom „idealen Staat“, schaut dann einmal bei den allseits bekannten „Menschenfreunden“ Marx, Engels und Bebel vorbei, auch bei Bakunin und Georg Lukács, stattet den „Heilsbringern“ einen Besuch ab, beschäftigt sich mit der „Frankfurter Schule“ und dem amerikanischen Marxisten Saul Alinsky, widmet der Amadeu-Antonio-Stiftung und Frau Anetta Kahane viel Aufmerksamkeit, kommt auf die linke Manipulation der Sprache zur Abschaffung der Meinungsfreiheit zu sprechen, äußert sich zu Zensur („Faktencheck“) und medialem Ermächtigungsgesetz (NetzDG), behandelt die Ideologie hinter der Zerstörung der Familie, schreibt vom „Sex als Waffe“, der verordneten Sicht auf die Geschichte, er schreibt über die linke Herrschaft in den Schulen, die Infiltrierung staatlicher Institutionen und ehemals bürgerlicher Parteien mit Linksideologen, die Zerstörung der Bildung, das Versagen der Presse, das linke „Demokratieverständnis“ und die staatliche Förderung des Linksextremismus. Kurz vor Schluß beleuchtet er noch den Rassismus und den Antisemitismus der Linken. Das ist alles derartig unglaublich, daß Alp Mar gut daran getan hat, seinem epochalen Werk ein umfangreiches Quellenverzeichnis anzufügen.

Wie die Faust aufs Auge passen die Zitate berühmter Persönlichkeiten, die er jedem Kapitel voranstellt. Das schönste stammt von Goethe. Es ist dem Kapitel über die Zerstörung der Bildung vorangestellt und geht so: „Gleich zu sein unter Gleichen / Das läßt sich schwer erreichen / Du müsstest ohne Verdrießen / Wie der Schlechteste zu sein dich entschließen.“ Goethe starb bekanntlich vor knapp 200 Jahren – und was er damals noch nicht wissen konnte, war, daß sich dereinst niemand mehr dazu würde entschließen müssen, dem Schlechtesten gleich zu sein, weil er nämlich ganz ohne eigenen Entschluß mit ihm gleichgemacht werden würde.

Heutzutage klagen Handwerksmeister über die fehlende Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern, die eigentlich zur Ausbildung qualifiziert sein sollten, wie die Bezeichnung ihres Schulabschlußes als „qualifizierender Hauptschulabschluß“ nahelegt. Professoren an den Universitäten schlagen vor Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie sehen, was ihnen da als Erstsemester von den Gymnasien massenhaft vor die Türen der Hochschulen gespült wird. Kein Herz im Leib haben müsste, wer bei einem von Alp Mar zitierten Mark Twain nicht verzweifelt. Der berühmte amerikanische Schriftsteller hatte Deutschland Ende des 19ten Jahrhunderts bereist und war voll der Bewunderung für die deutschen Studenten.

Mark Twain schrieb damals: Der deutsche Student habe „das Gymnasium mit einer Bildung verlassen, die so umfangreich und vollständig ist, daß die Universität höchstens noch einige ihrer tiefgründigeren Spezialgebiete vervollkommnen kann. Es heißt, wenn ein Schüler das Gymnasium verläßt, besitzt er nicht nur eine umfassende Bildung, sondern er hat sich ein Wissen angeeignet – es ist nicht von Unwisen umnebelt, es ist so in ihn hineingebrannt, daß es haftet. Zum Beispiel liest und schreibt er Griechisch nicht nur, sondern er spricht es auch; das Gleich gilt für Latein. Ausländische Jünglinge machen um das Gymnasium einen Bogen; seine Regeln sind zu streng. Sie gehen zur Universität, um ein Mansardendach über ihrer ganzen Allgemeinbildung zu errichten; aber der deutsche Student hat schon sein Mansardendach, darum geht er hin, um ein Türmchen in Gestalt irgendeines Spezialfaches hinzuzufügen, wie etwa eines besonderen Zweiges der Gesetzeskunde oder der Medizin oder der Philologie – beispielsweise internationales Recht oder Augenkrankheiten oder ein spezielles Studium der alten gotischen Sprachen.“ – Man vergleiche das mit den Zuständen an den Universitäten heute.

Verblüfft liest man in Alp Mars „Pack“ über dem Kapitel „Wie Linke die Schulen beherrschen“ ein Zitat aus dem Jahr 1959 (!), damals erschienen im Londoner „Spectator“. Es lautete: „Politische Dummheit kann man lernen, man braucht nur deutsche Schulen zu besuchen. Die Zukunft Deutschlands wird wahrscheinlich für den Rest des Jahrhunderts von Außenstehenden entschieden. Das einzige Volk, das dies nicht weiß, sind die Deutschen.

Hurra, hurra, es ist Urlaubszeit! Urlaubszeit ist Lesezeit. Und „Pack“ ist die Urlaubslektüre überhaupt. Alles, was Sie schon immer über Deutschland wissen wollte, was Ihnen aber ums Verrecken keiner verraten wollte. Alp Mar klärt auf.


Pack“ von Alp Mar: Als e-book und gedruckt. Das e-book ist zum Preis von 4,76 in unserem Buchshop erhältlich.  Die Druckversion gibt es für 15,- Euro (zzgl. 1,90 Euro Versand). Bestellung des gedruckten Buches via e-mail an redaktion@jouwatch.com