SPD-Wahlkampf 2021: Niveaulos, geistlos, an der Realität vorbei

Screenshot aus dem SPD-Wahlwerbespot

Ausgerechnet die SPD, die sich 2016 angewidert von den Wahlkampfpraktiken des damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gezeigt hatte, nutzt nun dessen Methoden von einst – und bricht ein Tabu: Negative Campaigning. Statt eigene Stärken hervorzuheben, attackiert sie den sogenannten „politischen Gegner, die Laschet-CDU – obwohl schon jeder politische Laie weiß, dass programmatisch zwischen die bisherigen Groko-Partnern kein Blatt passt, weil beides Vertreter desselben linken, staatshörigen und grün-neosozialistischen Altparteien-Einerleis sind. Dennoch versucht die SPD künstliche Fronten hochzuziehen.

Dabei macht sie sich nicht nur über Kompetenzdefizite, Kopf- und Planlosigkeit und Unfähigkeit Laschets lustig (der, bei aller Kritik, als Landesvater in NRW immer noch besser abschneidet als alle SPD-Ministerpräsidenten zusammen, die sich jetzt für höhere Aufgaben empfehlen – insbesondere Kanzlerkandidat Olaf Scholz als ehemals Hamburger Bürgermeister, von Michael Müller aus Berlin gar nicht zu reden!). Besonders peinlich hierbei: Ausgerechnet die Frage der Religion thematisieren die Genossen. Nicht jedoch, was man hierbei erwarten müsste, den Komplex Islam, Islamismus und zunehmende Islamisierung  – sondern ausgerechnet die römisch-katholische Konfession Laschets und seiner Partei; insbesondere dessen Düsseldorfer Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski, der „Sex vor der Ehe“ tabuisiere.

Sind die SPD-Wahlkampfmanager um Generalsekretär Lars Klingbeil gerade aus dem Wachkoma aufgewacht, in dem sie seit den 1970er Jahren lagen? Katholische Sittenlehre als Wahlkampfthema im Jahr 2021 – geht es noch weltfremder? Wenn es um die konservative, sexualfeindliche und patriarchalische Problematik geht, dann bitte nicht in Form einer Geisterdebatte um einen in Deutschland zur skurrilen Randerscheinung verkommenen, längst auf dem Rückzug befindlichen christlichen Fundamentalismus – sondern in der offenen Anprangerung der aggressiven Ideologie, die tatsächlich vorgestrige und mittelalterliche Sozialnormen in Europa durchsetzt: Den Islam.

Feigheit vor dem Freund

Denn HIER – und nicht bei rheinischen sonntäglichen Kirchgängern – gedeihen Milieus, die Frauen lust- und körperfeindlich verhüllen, wie Vieh und Ware behandeln, zwangsverheiraten, einsperren und entmündigen. Natürlich nicht bei allen Muslimen, aber bei vielen insbesondere der Neuzuzügler und „neuen Deutschen“, für deren dauerhafte Ansiedlung sich vor allem die SPD stark macht. Geht es noch verlogener und heuchlerischer, als alte weiße Männer des politischen Rivalen mit Klischees von vorgestern wegen angeblich keuscher Ehevorstellungen zu attackieren – während zugleich kein Wort über Scharia-Polizei, muslimische Gruppenvergewaltigungen und Zwangsehen verloren wird, um bloß nicht das eigene Zerrbild von Diversität und multikultureller „Vielfalt“ zu beschädigen und die Wähler von morgen aus dieser islamischen Zielgruppe nicht zu vergrätzen (und natürlich auch aus schlichter Feigheit)???

In dem fraglichen Spot, den Klingbeil ganz stolz bei einer Kinoshow in Berlin präsentierte, soll anhand von Matroschka-Puppen „die wahre Natur des Unions-Kanzlerkandidaten“ enthüllt werden, wie der „Tagesspiegel“ schreibt. Aus dem Off tönt immer wieder eine eindringliche Stimme: „Wer Armin Laschet von der CDU wählt…„, darunter entblättert eine Hand eine Puppe über der nächsten, dazu die dümmlichsten Phrasen („…der wählt eine Politik, die Reiche reicher und Arme ärmer macht„), inklusive natürlich der Warnung von Maaßen samt passender Puppe, bis eben zu Liminski. Auch Spahn kriegt als Mini-Puppe sein Fett ab, die letzte Puppe in dem Spot ist dann komplett hohl. Ein ebenso einfallsloser wie unoriginell Spot, mit dem die SPD vor allem ihre eigenen Maßstäbe von „Hetzefreiheit“ und Anti-Hass-Ausrichtung über den Haufen wird. Für Wähler, die sich mit diesem Spot tatsächlich angesprochen fühlen, muss man keinen Wahlkampf mehr machen. (DM)