Ungefragte Ausspähung aller Bild-Inhalte: Apple stellt iPhone-Nutzer unter Pädophilen-Generalverdacht

Digitale Rundum-Kontrolle (Symbolbild:Imago/imagebroker)

Apple gibt seine Policy der strikten Vertraulichkeit, der bedingungslosen Wahrung von „Privatsphäre“ ein weiteres Mal auf – natürlich wie stets wohlbegründet: Jetzt hat das Unternehmen einen Weg gefunden, mit (vermeintlicher) Einwilligung seiner Nutzer – und ohne dass die öffentliche Meinung dagegen Sturm läuft – deren gesamte Bilddaten auf den Endgeräten auszuspionieren und privatesten Content durchzuschnüffeln. Denn angeblich zur Bekämpfung von „Kinderpornographie“ soll KI-gestützte Software alle Fotos der Nutzer unbemerkt scannen – und verdächtige Bilder und Videos, die Hinweise auf Pädophilie geben, melden. Damit wird die gesamte Apple-Nutzergemeinde, vor allem die iPhone-Besitzer, unter einen Generalverdacht gestellt, sie seien potentielle Kinderschänder.

Ganz abgesehen von grundsätzlichen rechtlichen Vorbehalten gegen diesen technischen Damm- und Tabubruch, der schon dann schlimm genug wäre, wenn er wirklich fehlerfrei vonstatten ginge, drohen hier allfällige Software-Irrtümer und Falschzuordnungen. Man kann sich leicht ausmalen, was los ist, wenn Eltern plötzlich eine Hausstürmung durch das SEK erleben wegen Urlaubsfotos von den eigenen Kinder, vielleicht noch nackt am Strand, oder Lehrer wegen Bildern vom Wandertag, nur weil ein angeblich sicheres System versagt hat. Von den Auswirkungen des NetzDG her und der katastrophalen, dilettantischen und fehleranfälligen Zensurtätigkeit der sozialen Medien (vor allem Facebook), die täglich zahllose völlig legitime Posts als angebliche „Hassrede“ oder „Verstoß gegen Gemeinschaftsstandards“ fehlinterpretieren, wissen wir, dass automatisierte Inhaltskontrollen und Zensur durch Software in einen Orwell’schen Alptraum münden. Wenn dies schon bei Textinhalten geschieht, wird es bei Bildern noch schlimmer werden.

Digitalexperten laufen jedenfalls Sturm gegen die Apple-Anmaßung. Der Konzern macht nämlich tatsächlich ernst –  und liefert mit seinem nächsten IOS-Update eine Backdoor-Implementierung mit, mit der quasi alle Nutzer erstmal als Kinderpornographiefreaks  verdächtigt werden. „Heise online“ geht hart mit den Neural-Hash-Plänen von Apple ins Gericht und moniert: „Statt die Pegasus-Affäre aufzuklären und seine Betriebssysteme abzudichten, führt der Konzern problematische Schnüffel-Funktionen beim iPhone ein.“ Tatsächlich ist die Schnüffel-Software damit ab sofort auch gleich bei Apple-Devices von Haus aus eingebaut – ein lohnendes Ziel für China, Russland und andere Regimes, die sich so Hoffnung auf eine leichtere Ausspähung von Nutzerdaten auf den bislang weitgehend hack- und spywaresicheren Apple-Produkten machen können.

Bedenklicher Vorgriff auf dystopische Horrorregimes

Dabei ist der Content „Pädophilie“ natürlich nur eines von vielen möglichen Einsatzgebieten; ist der Dammbruch des Zugriffs auf vertrauliche Inhalte und Bilddaten erst einmal erfolgt, können auch andere inkriminierte Inhalte überwacht werden: Aufenthalte an suspekten Orten, gemeinsam mit „toxischen“ Personen, verfängliche Hobbies und möglich verbotene Freizeitaktivitäten rufen künftig ganz ohne Denunziation die Behörden auf den Plan. Insofern ist das, was Apple hier in seinen künftigen Betriebssystem vorsieht, ein Vorgriff auf dystopische totalitäre Überwachungsregimes einer ungeahnten neuen „Qualität“.

Durch Corona wird den einst freiheitsliebenden Völkern des Westens in Zeitlupe das Rückgrat gebrochen, und all das, wogegen sie eingedenk der eigenen Geschichte und abschreckender Beispiele aus Diktaturen aller Couleur eine wachsame Aversion, eine Art „Frühwarnsystem“ entwickelt hatten, wird ihnen schleichend abtrainiert – natürlich stets im Namen des Guten, den Sinnvollen, des moralisch Alternativlosen. So kommt es nicht nur, dass sich Menschen im blinden Vertrauen auf Politik und Pharmaindustrie experimentelle Genwirkstoffe in den Körper spritzen lassen – sondern auch ihre Datenschutzrechte, ihre informationelle Selbstbestimmung zum Teufel gehen lassen. Selbst die Preisgabe vertraulicher Gesundheitsdaten gegenüber Wildfremden – Türstehern, Kellnern, Einzelhandels-Securitys und demnächst sogar Einlasspersonal bei Aldi & Co – und die Einwilligung in den Zugriff auf jederzeit abschöpfbarer Bewegungs- und Aktivitätsprofile (durch Corona-Apps zur „Kontaktnachverfolgung„) – geht völlig in Ordnung. Verwahrungen und das Pochen auf Selbstbestimmung sind egoistisch, unsolidarisch, asozial. Eine raffinierte Gehirnwäsche: Ganz ohne Zwang erreichen Big Tech, Big Pharma und ihre politischen Erfüllungsgehilfen das, was früheren autoritären Regimes selbst mit Zwang nie gelungen war.