Also doch? WHO-Wissenschaftler hält Wuhan-Laborunfall für wahrscheinlich

Schnelltest in mobilem Labor in Hamburg (Foto:Imago/ANE)

Nach knapp acht Monaten findet der Däne Peter Ben Embarek, WHO-Missionsleiter in Wuhan, es nun doch „plausibel“, dass die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 auf einen menschlichen Fehler zurückgeht. Eine Entschuldigung bei all jenen, die als „Verschwörungstheoretiker“ gebrandmarkt wurden, weil sie frühzeitig diese Vermutung äußerten, wird wohl ausbleiben. 

Hat sich in Wuhan ein Labor-Mitarbeiter, etwa in einer Fledermaushöhle, mit dem Virus bei der Probenentnahme infiziert? Der Leiter der WHO-Mission, Peter Ben Embarek, hält die Labor-Theorie für eine „wahrscheinliche Hypothese“. Dies äußerte der Wissenschaftler in einer Dokumentation, die am Donnerstag im dänischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Kurz nach der WHO-Mission im Januar in Wuhan hatten Embarek und seine WHO-Kollegen eine solche Theorie noch als „extrem unwahrscheinlich“ eingestuft. All jene, die anderes äußerten – wie z.B. der EX-US-Präsidenten Donald Trump, wurden als „Verschwörungstheoretiker“ gebrandmarkt. An dem vorgelegten WHO-Bericht wurden  jedoch Zweifel laut. Zahlreiche Staaten äußerten ihre Besorgnis darüber, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China der Zugang zu Daten verwehrt worden sei. Da fragt man sich bereits an dieser Stelle, wie „Wissenschaftler“ wie Embarek dann – ohne jegliche Kenntnis der Daten – zur benannten Aussage kommen konnten.

Embarek sagt nun laut der Washington Post, dass er und seine Kollegen extremen Druck von der chinesischen Seite verspürt hätten, die sogenannte Labortheorie als nicht realistisch einzuschätzen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat China dazu aufgerufen, Rohdaten zu den ersten Corona-Fällen offenzulegen. Der Zugang zu diesen Informationen sei von „entscheidender Bedeutung“ für die weiteren Untersuchungen zum Ursprung der Pandemie, erklärte die WHO am Donnerstag laut der „Presse“. (SB)