Coronairre gnadenlos: Bibliothek setzt Stuhlverbot mit Polizei durch

Polizei (Symbolbild: shutterstock.com/ Von mattomedia KG)
Polizei (Symbolbild: shutterstock.com/ Von mattomedia KG)

Bayern/München – Weil ein Renter es wagte, sich in einer Stadtbibliothek auf einen Stuhl zu setzen und damit gegen den Corona-Wahnsinn verstieß, wurde er von vier Polizisten hinausgeführt. Die Bibliothek verteidigt die Maßnahme.

In der Sendlinger Stadtbibliothek dürfen die Besucher – also jene Menschen, welche mit ihren Steuergeldern den Betrieb finanzieren – vor den vier PC-Arbeitsplätzen nur stehen, knien aber nicht sitzen. Ein 68-Renter griff sich jedoch einen Stuhl, um an einem der Computer seine E-Mails zu lesen.

Er wie andere Nutzer, die sich eines Stuhles bedienten, wurden zeitnah von einer eifrigen Bibliotheksmitarbeiterin aufgefordert, aufzustehen. Sobald sich einer der Ermahnten erhob, nahm die Damen den Stuhl weg. Der betroffene Renter weigerte sich jedoch, den Stuhl herzugeben. Daraufhin wurde von der Mitarbeiterin die Polizei gerufen, die, wie die Bild-Zeitung berichtete, dann auch – vier Mann stark – zeitnah eintraf und den Rentner aus der öffentlichen Einrichtung hinausführte.

Als Rechtfertigung führt die Bibliotheks-Sprecherin die bedingungslose Einhaltung der Corona-Maßnahmen an. In einer Stellungnahme auf der Internetseite der Stadtbibliothek wird zum benannten Vorfall – in bestem Genderdeutsch – erklärt, dass es das Sitzverbot gebe, weil man „die Zahl der Anwesenden im Blick behalten“ und die „Verweildauer beschränken“ wolle. Der Rentner habe sich zwei Tage nacheinander über diese Coronaregeln hinweggesetzt und angeblich „lautstark den Betrieb gestört“. Angesichts der „Renitenz des Besuchers und des Verstoßes gegen gültige Corona-Regeln“ sei dann die Polizei informiert, um die „Situation vor Ort aufzulösen“. Man  bedauere den Vorfall, da er die „übrigen Besucher*innen, die sich an die Regeln halten, massiv gestört“ habe.

Auf Facebook verteidigt die Bibliothek ihr obrigkeitshöriges Verhalten weiterhin nach Leibeskräften.

Ein Nutzer schreibt:
ältere Menschen behandelt man mit Respekt und nicht wie den letzten Dreck, so wie ihre (weiblichen) Angestellten das im Augenblick tun. Ein Grund mehr, meine Medien in Zukunft nur noch online zu bestellen und nicht mehr bei Euch Menschenfeinden auszuleihen. Die Corona-Maßnahmen sind ohnehin äußerst sinnlos und unlogisch zugleich, Sie setzen mit der Stuhlregelung noch einen drauf. Man muß bei ihnen Angst vor Polizeistrafe haben wenn man bereits die Wege nicht richtig einhält oder die Maske nicht korrekt aufhat – die Zahlen steigen trotzdem wieder an. Ihr bekommt keinen Cent Mitgliedsbeitrag mehr von mir.“

Die Münchner Stadtbibliothek beruft sich auf einen – Achtung!: „respektvollen Umgang miteinander“ und antwortet:

Ein respektvoller Umgang miteinander ist uns online wie offline sehr wichtig. Wir achten allerdings auch sehr genau auf die Einhaltung der Corona-Regelungen, um auch bei steigenden Infektionszahlen den Bibliotheksservice so normal wie möglich aufrecht erhalten zu können. Dass die Polizei eingreifen musste, ist bedauerlich, aber glücklicherweise eine absolute Ausnahme.“

(SB)