Vorbildlich: Café am Wolfgangsee serviert nur noch für Ungeimpfte

Symbolfoto: Von julianbgr/shutterstock

In Österreich legt eine Bioladenbesitzerin die „3G-Regeln“ nach ihrem Willen aus: In ihrem Café gibt’s Kaffee und Kuchen nur noch für Ungeimpfte. Rechtlich ist das in Ordnung. Der Bürgermeister versucht, die Frau lächerlich zu machen und wünscht sich seitens der Kunden einen Boykott.

Das Café der Widerspenstigen liegt in dem kleinen Touristenort Strobl am Wolfgangsee im Salzkammergut. Wer dort eine Auszeit bei Kaffee und Kuchen genießen möchte, darf nicht zur Corona-Impfgemeinde gehören. Hier gilt: rein kommt wer genesen oder getestet ist, der Rest muss draußen bleiben.

Rechtlich betrachtet ist diese Entscheidung in Ordnung, so der Bürgermeister der 3.641-Einwohner-Gemeinde. „Man kann nur darüber lachen, sich seinen Teil denken und an die Gäste zu appellieren, dort nicht hinzugehen. Denn das entspricht nicht unserer Linie“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Josef Weikinger gegenüber dem ORF.

Jetzt heißt die Strategie: maximal ausgrenzen und verächtlich machen. Schon distanziert sich offiziell die Gemeinde wie auch die Tourismusgesellschaft der Region von der Impfunbegeisterten. Die Frau, die sich offenbar jedem Gespräch verweigert und „uneinsichtig“ bleibt, sei im Ort natürlich das Thema, so Josef Weikinger, der behauptet, das alles nicht so wichtig zu nehmen, um sich damit eingehend zu befassen. „Man belächelt es einfach“, gibt er gegenüber dem ORF an.

Ob ihr überwiegend Zustimmung oder Ablehnung entgegenschlägt, darüber schweigt der Blätterwald vielsagend. Bei dem Café handelt es sich mutmaßlich um das Bilobi, das seit 2014 existiert und einem Bioladen angeschlossen ist. Das Café bietet neben Getränken aller Art vegetarische und vegane Snacks an. Auch liebevoll gestaltete Ferienappartements nur 200 m vom Ufer des Wolfgangsees mit eigenem Strandbereich sind auf der Bilobi-Internetseite im Angebot.

Am Montag, den 9. August, war Strobl „coronafrei“. Es gab keine positiv-Getesteten mehr. „Strobl hat derzeit die Ampelfarbe GRÜN“, vermeldete die Webseite der Gemeinde. Das ist nach dem österreichischen Ampelsystem die niedrigste Stufe. (MS)