Allahu Akbar: Paty/Westergaard-Gedenkdemo in Köln verboten

(Screenshot:Twitter)

Falscher Ort, Themaverfehlung. In Köln ist eine Demo vor der Ditib-Moschee verboten worden. Ein Privatmann wollte an die Islam-Opfer Kurt Westergaard und Samuel Paty erinnern. Für die Polizei ist das eine „folgenschwere Provokation“.

Das Demonstrationsrecht ist für die Kölner Polizei offenbar kein schützenswertes mehr. Sie geht in die Knie und sieht in der von einem Privatmann angemeldeten Demonstration eine eine „folgenschwere Provokation der islamischen Welt“.

Der Veranstalter wollte seine Kundgebung parallel zum islamischen Freitagsgebet vor der Ditib-Moschee abhalten und wollte mit ihr an den französischen Lehrer Samuel Paty und den dänische Karikaturisten Kurt Westergaard erinnern. Bei der Polizei schalteten offenbar alle Signale auf Rot. Es sei zu erwarten, daß auch Mohamed-Karikaturen gezeigt werden, begründet sie ihr Verbot vorauseilend. Man erwarte eine gewaltsame Gegenreaktion. Diesen Verdacht habe der Demo-Anmelder in Gesprächen nicht entkräften können, heißt es beim Deutschlandfunk.

Der Privatmann wollte mit der Veranstaltung u.a. an den 48-jährigen französischen Lehrer Samuel Paty erinnern, dem am 16. Oktober vergangenen Jahres am Nachmittag in der Nähe seiner in einem Pariser Vorort gelegenen Mittelschule auf offener Straße der Kopf abgeschnitten worden war.

Auch der dänische Karikaturisten Kurt Westergaard war nach der Veröffentlichung seiner legendären Karikatur, die Mohammed mit einer Bombe im Turban zeigt, ein Opfer Islamgläubiger. Weltweit brachen wegen seiner und anderer „blasphemischer“ Propheten-Darstellungen gewaltsame muslimische Proteste aus.

Mitte Juli starb der dänische Karikaturist Westergaard im Alter von 86 Jahren. Kurt Westergaard lebte lange unter Polizeischutz. Drei Personenschützer begleiteten ihn auf Schritt und Tritt. Trotzdem gelang es einem Attentäter im Jahr 2010, mit einer Axt in das Haus des Zeichners und ehemaligen Deutschlehrers einzudringen. Westergaard, der bis zuletzt für die dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ zeichnete, entging dem Anschlag nur knapp. Nur wenige Monate später legte er den Zeichenstift aus Altersgründen beiseite.

Bereut hat Westergaard seine Karikaturen nie – und sich auch nicht entschuldigt: „Ich habe nichts Falsches gemacht, ich habe mich an das gehalten, was in Dänemark gilt. Hier haben wir das Recht zu wählen, seine Meinung zu äußern und zu demonstrieren“, erklärte er immer wieder. (MS)