Dummheit oder Verblendung? Grüne Berliner Bezirksbürgermeisterin idealisiert Mauerbau

Einmal zu oft ohne Helm vom Fahrrad gefallen? Grüne Monika Herrmann (Foto:Imago/Gudath)

Wer glaubte, widerliche Geschichtsklitterung und schizophrene Nachbetrachtungen der DDR-Vergangenheit seien das Vorrecht der Mauerschützen-Rechtsnachfolgepartei „Die Linke“, den belehrten gestern die Berliner Grünen eines Schlimmeren: Deren Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, zeigte, dass auch die Ökosozialisten mit der faszinierenden Unfähigkeit gesegnet sind, aus der Geschichte praktisch nichts zu lernen. Mit Worten, die man von Erich und Margot Honecker erwarten könnte, hätte man beide gestern ausgebuddelt und reanimiert, verhöhnte Herrmann gestern postum alle Maueropfer und DDR-Widerstandskämpfer.

In lupenreiner Reproduktion der einstigen SED-Propaganda und Rechtfertigungslehre, die die Mauer bis zuletzt als „antifaschistischen Schutzwall“ zur Abwehr imperialistischer Übergriffe aus dem Westen verteidigt hatte (obwohl ihre Sperranlagen und Waffensysteme wohlgemerkt nach innen, nicht nach außen gerichtet waren!), twitterte Herrmann folgendes:

Was Herrmann hier impliziert, ist eigentlich noch kranker als die einstige DDR-Logik: Die martialische Todesgrenze sollte also dazu dienen, dass keine Nazis aus dem Osten in den Westen gelangen konnten? Oder glaubt sie ernsthaft, die logische Konsequenz des NS-Terrors konnte nur die waffenstarrende Zementierung der deutschen Teilung gewesen (umgesetzt ausgerechnet von dem Deutschland, dass sich zwar sozialistisch gab, aber ein geradezu exemplarischer faschistischer Staat war?). Ihr Tweet liest sich jedenfalls unmissverständlich wie eine nachträgliche Rechtfertigung und Verharmlosung von Mauer und Todesstreifen.

Wenn sich Geschichte wiederholt, dann immer nur, weil aus ihr nichts gelernt wurde – und das ist am Beispiel dieser Grünen wahrlich mustergültig zu studieren. Diese Bürgermeisterin ist jenseits von Gut und Böse – allenfalls noch übertroffen von Vertretern der Linkspartei, die keinen Skandal und keine Provokation scheuen, ob die demonstrative Ehrung von Mauerschützen und im Dienst „gefallener“ DDR-Grenzsoldaten, bis zur Diskreditierung von Historikern, die das Stasi-Unrecht aufarbeiten wollen. Vermutlich wollte Herrmann ja auch nur bei den linksextremen Wählerschichten punkten, die sich nach der DDR zurücksehnen… (DM)