Lauterbach schließt Einschnitte für Geimpfte aus. Der Rest kann sehen, wo er bleibt

Karl Lauterbach in seiner Paraderolle als "verrückter Professor" (Foto:Imago/teutopress)

Berlin – Endlich hat der Gesellschaftsspalter Karl Lauterbach sein Ziel erreicht und kann seine Gesundheits-Apartheid durchsetzen.

Der SPD-Gesundheitspolitiker schließt trotz kontinuierlich steigender Corona-Infektionszahlen einen harten Lockdown im kommenden Herbst aus. „Wir werden auf keinen Fall wieder einen harten Lockdown haben“, sagte er dem Nachrichtenportal Watson. Weitere Einschränkungen für Ungeimpfte hält Lauterbach indes für wahrscheinlich.

„Wenn die Fallzahlen deutlich steigen, werden Einschränkungen für Ungeimpfte nicht mehr vermeidbar sein. Aber einen weiteren Lockdown für geimpfte Menschen halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für unmöglich.“ Dem Argument, dass weitere Einschränkungen für Ungeimpfte einer faktischen Impfpflicht entsprächen, entgegnete Lauterbach mit den Worten: „Die Tests bleiben eine Brücke für die Ungeimpften, in alle Bereiche. Und ich finde das auch gut so.“ Alles andere werde man später sehen. „Aber bei hoher Inzidenz kann es schwer werden, Getestete wirklich noch genauso zu behandeln wie Geimpfte.“

Dass das Coronavirus in Deutschland in absehbarer Zeit ähnlich einzudämmen ist wie Grippeviren, hält Lauterbach für unwahrscheinlich. „Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen Covid-19 und der Grippe: Bei der Grippe droht bei einem schweren Verlauf eine Lungenentzündung. Das Coronavirus Sars-Cov2 führt bei schweren Verläufen aber auch zu Blutgerinnungsstörungen, die erhebliche Organschäden verursachen können.“

Lauterbach weiter: „Es kann schon stimmen, dass dieses Coronavirus einmal so vergleichsweise harmlos wie die Grippe wird. Aber das wird Jahrzehnte dauern.“

Das ist doch schon mal eine Ansage. Jetzt wissen wir wenigstens, wie das Leben in den nächsten Jahren in Deutschland ablaufen wird.