Wahl-„Kampf“ in Deutschland: Nach Plakataktion solidarisiert sich der Einheitsparteien-Block mit den Grünen

Der linke Altparteien-Einheitsblock hält zusammen (Symbolbild:Imago/Steinach)

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus: Wer auf den ultimativen Beweis wartete, dass das linke Altparteienkartell mit Ausnahme der AfD tatsächlich einen inhaltsidentischen, untereinander beliebig austauschbaren Einheitsblock bildet, dessen Mitglieder im Zweifel zueinander halten wie Pech und Schwefel, der findet ihn jetzt, in der Reaktion auf die privat finanzierte Aktion „Grüner Mist„. Hier werden die wahren Loyalitäten sichtbar – und es spricht für sich, wenn CDU, SPD, Linkspartei und sogar Liberale traute Eintracht in ihrer Empörung und gemeinsamen Ablehnung der Kampagne demonstrieren.

Welch eine verquere Welt: Mitten im Wahlkampf springen die beiden Groko-Parteien ihrer gesinnungsgleichen Service-„Opposition“ der Grünen zur Seite – und verurteilten gestern einhellig die Plakatkampagne. Inzwischen steht fest, dass hinter der über eine Hamburger Werbeagentur realisierten Aktion ein ehemaliger Duisburger CDU-Politiker steht, der sich – nach seinem Austritt bei der Union – so die „Rheinische Post“ – angeblich „radikalisiert“ haben soll (vermutlich genügt für diese Einschätzung bereits das lediglich Benennen der bei einer grünen Regierungsbeteiligung zwingend zu erwartenden negativen Konsequenzen für die Bevölkerung, denn nichts anderes hat die Kampagne ja zum Ziel). Statt sich durch Abgrenzung und andere Inhalte zu positionieren, üben die „wahlkämpfenden“ Parteien den Schulterschluss – kein Wunder, gibt es programmatisch ja auch praktisch keine Gegensätze. Ob jemand schwarz, rot oder dunkelrot wählt – am Ende kommt immer grün heraus.

Nach SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, der sich gestern schon wie ein Grünen-Wahlkampfmanager anhörte, twitterte heute auch SPD-Vize Kevin Kühnert: „Solidarität mit @Die_Gruenen und allen, die es als nächstes trifft.“ Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner bedankte sich, so der „Tagesspiegel“ (TS), prompt auf Twitter, und ergänzte: „Gemeinsam gegen Hass und Hetze„. Die Phrasendrescherei der linken Einheitspartei klingt nur allzu vertraut – ebenso wie die lahmen Versuche von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, der die „Grüner-Mist“-Kampagne gleichmal versuchte, in die Nazi-Ecke zu rücken – obwohl die Kritikpunkte rein sachbezogen waren: „Zu fairem Wahlkampf gehört es, auch das Wort zu ergreifen, wenn es nicht gegen die eigene Partei geht: Der Dreck, der aktuell von AfD- und NPD-nahen Kreisen über die Grünen ausgegossen wird & mit einer Plakatkampagne befeuert wird, ist widerwärtig. Volle Solidarität @MiKellner„, schleimte laut TS sich Ziemiak beim Grünen-Bundesgeschäftsführer ein. Hier bereiten sich künftige Koalitionäre wohl schon auf künftige Intimitäten vor…