Das Afghanistan-Debakel

Taliban (Bild: shutterstock.com/ Von PRESSLAB)
Taliban (Bild: shutterstock.com/ Von PRESSLAB)

Die Gotteskrieger mit den wilden Vollbärten überrennen Afghanistan. Man schafft es gar nicht mehr, mit dem Aufzählen der eingenommenen Provinzen und Großstädte Schritt zu halten. Wenn überhaupt, wird noch um die Hauptstadt Kabul gekämpft, der Rest des Landes ist bereits zu einem Kalifat der Islamisten geworden. Die westliche Politik und Kriegsmaschinerie erleiden vor den Augen der Weltöffentlichkeit eine folgenschwere wie vorhersehbare Niederlage.

Von Stefan Schubert

Die islamische Republik Afghanistan ist mit 652.864 km² beinahe zweimal so groß wie Deutschland. Sie verfügt weder über nennenswerte staatliche Strukturen noch über eine funktionierende Infrastruktur. Die 38 Millionen Einwohner sind seit Jahrhunderten in zum Teil verfeindeten Clans und Volksgruppen aufgeteilt. Neben islamistischen Terrororganisationen setzen dort auch ausländische Geheimdienste, Nachbarländer wie Pakistan und weitere Großmächte wie Russland und China ihre geopolitischen Interessen rücksichtslos durch.

Wie realitätsfremd konnten westliche Staatenlenker nur sein, sich 2001 vor die Mikrofone der Weltpresse zu stellen und den beginnenden Einmarsch westlicher – feindlicher – Truppen, der USA, der Nato und Deutschlands, damit zu begründen, Afghanistan durch einen neuerlichen Krieg in ein besseres, in ein sichereres Land zu verwandeln? Allen voran die Realitätsleugner aus Berlin-Mitte, die sich in ihrer moralischen Großmannssucht am Krieg führen gar nicht erst beteiligen wollten, sondern Milliarden deutsche Steuergelder unter anderem in den Bau von Mädchenschulen steckten. Die Mädchenschulen sind längst gesprengt und kleine Mädchen werden wieder unter den Schleier der Islamisten gezwungen, dies sind die Realitäten im August 2021.

Das Desaster in Zahlen

3.500 getöteten NATO-Soldaten, 3.800 Soldaten von privaten Militärunternehmen wie Blackwater (das jetzt unter den Namen Academi aktiv ist) verloren im Kampf ihr Leben, 64 000 Tote sind unter afghanischen Sicherheitskräften zu verzeichnen, afghanische Zivilisten an die 50 000, 70 000 getötete Taliban-Kämpfer und rund 2.500 getötete al-Qaida-Terroristen werden vermeldet. Und 59 deutsche Soldaten bezahlten den Afghanistan-Einsatz mit ihrem Leben.

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Das menschliche Leid kann kaum mit Zahlen wiedergegeben werden, die Kosten für die Steuerzahler umso einfacher. Das unabhängige Watson Instituts für Internationale Studien der Brown University kommt in der Studie »Costs of War« (Kriegskosten) auf eine Rechnung von bis zu 4 Billionen Dollar – nur für die USA. Dies ist eine Zahl mit zwölf Nullen.

Laut den offiziellen Zahlen der Bundesregierung hat der 20-jährige Krieg den deutschen Steuerzahler rund 13 Milliarden Euro gekostet. Dass es sich bei dieser Summe um eine weitere Lüge der Bundesregierung handelt, hat eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) entlarvt. Statt der angesetzten 1 Milliarde Kosten pro Jahr sollen demnach in Wahrheit bis zu drei Milliarden Euro zu Buche geschlagen sein.

Die Bundesregierung versteckt die Kosten in unterschiedlichsten Ministerien und Ressorts, ohne diese jedoch explizit aufzuzeigen. Ein Vorgehen, das bereits massiv bei den Flüchtlingskosten betrieben wurde und wird. Die Motivlage für diese vorsätzliche Täuschung der Bevölkerung ist nahezu immer dieselbe. Die Öffentlichkeit soll ruhiggestellt, unangenehme Wahrheiten vertuscht werden. Beim Afghanistan-Krieg werden Kosten über die Innenministerien (Polizeischutz, Ausbildungsmission) abgerechnet, genauso wie über das Bildungsressort, das Entwicklungsministerium, die Krankenkassen, das Auswärtige Amt und weitere unterschiedlichste staatliche Stellen. Die Studie der DIW beschäftigt sich damit im Detail und kann auf deren Website vollständig eingesehen werden.

Da sich die Studie hauptsächlich mit dem letzten Drittel des Krieges beschäftigt, kann man die 20 Jahre nicht 1:1 mit den drei Milliarden errechneten Kosten hochrechnen. Ein Betrag von rund 40 Milliarden hält der Autor für eine realistische Größe.

Die afghanischen Männer kämpfen nicht – sie fliehen nach Deutschland

Die Zahl der Afghanen in Deutschland nähert sich unterdessen der 300 000er Marke. Die Mehrzahl der Afghanen ist männlich und im wehrfähigen Alter. Ein absolutes Tabu-Thema im Mainstream ist die Feigheit dieser Männer, die ihr Land und häufig auch ihre Familien im Stich ließen und sich stattdessen in dem Wohlfahrtsstaat Deutschland bequem eingerichtet haben. Wem diese Worte zu hart erscheinen: Ich erinnere mich noch gut an die Balkankriege in den 1990er Jahre. Damals sind zehntausende Männer, die in Deutschland und West-Europa zum Teil seit Jahren lebten, umgehend in ihre Heimatländer gereist und haben gekämpft. Ich selbst kenne Männer aus der Nachbarschaft, aus dem Fußballverein, die ihr Bankkonto geleert, militärische Ausrüstung gekauft und an der Front gekämpft haben. Viele sind nach dem Krieg zurückgekehrt, manche blieben auf dem Schlachtfeld zurück.

Was ich damit in Bezug auf Afghanistan ausdrücken möchte, man kann keinen Krieg führen und schon gar nicht gewinnen, wenn die Männer eines Landes nicht bereit sind für ihr eigenes Land zu kämpfen.

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Die Bundesregierung hat mittlerweile die Abschiebungen von Afghanen ausgesetzt, die in den vergangenen Jahren eh nur spärlich durchgeführt wurden und schlicht als ein weiteres Staatsversagen zu benennen wären. So halten sich zurzeit über 30.000 abschiebpflichtige Afghanen in Deutschland auf. Darunter eine Vielzahl gefährlicher Straftäter: Mörder, Totschläger, Messerstecher, Räuber, Vergewaltiger und islamistische Terrorverdächtige, die nicht selten von einem Mix aus Steuergeldern und den Erträgen von Straftaten ihr Leben in Deutschland finanzieren.

Eiligst haben jetzt die Amerikaner und die Briten 3.600 Soldaten aus Spezialeinheiten in Richtung Afghanistan in Marsch gesetzt. Diese werden aber nicht einmal den Versuch unternehmen, die Taliban aufzuhalten, deren einziger Befehl lautet den Kabuler Flughafen zu verteidigen. In Afghanistan hat die Flucht aller westlichen Staatsangehörigen begonnen, Diplomaten, NGO-Mitarbeiter, UN-Angehörige etc., sie verlassen nun panisch das Land.

Die USA/Nato versuchen durch die Entsendung der Spezialeinheiten peinliche und demoralisierende Bilder, wie bei der Flucht aus Vietnam, zu verhindern.

Das Sinnbild des Scheiterns der Amerikaner in Vietnam und ihrer Flucht hat der niederländische Fotojournalist Hubert van Es für die Geschichtsbücher festgehalten. Es zeigt, wie ein Bell UH-1-Hubschrauber vom Dach eines von der CIA genutzten Appartementkomplexes in Saigon die letzten amerikanischen Flüchtlinge vor den anrückenden Kommunisten in Sicherheit bringt.

Solche Bilder erwarten uns auch aus Afghanistan.

Für die jetzt eingeflogenen Spezialeinheiten aus den USA und Großbritannien, auch das KSK der Bundeswehr ist noch vor Ort aktiv, gleicht dieser letzte Befehl einem Himmelfahrtskommando.

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