Rückblick Afghanistan: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – Drucksache 17/ 8256

Jemandem eine Nase drehen - Foto: Imago

Westliche „Politik“ ist in Afghanistan krachend gescheitert. Eine alte Drucksache wirft ein grelles Schlaglicht auf die weltfremden Abgehobenheiten, die der deutschen Regierung vor über zehn Jahren durch den Kopf gegangen sind. Es wäre die Annahme verfehlt, daß dieselbe Weltfremdheit nicht auch ursächlich wäre für das grundsätzliche Scheitern an der Realität seither.

von Max Erdinger

Der 17. deutsche Bundestag existierte vom 27. Oktober 2009 bis zum 22. Oktober 2013. Aus dieser Zeit tauchte nun die Drucksache 17/8256 auf. Es geht um Summen, die von der deutschen Bundesregierung bereitgestellt werden sollten, um die „ärgsten Mißstände“ auf dem Planeten „zu bekämpfen“. Sehen und staunen.

  1. Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika – Zeitrahmen: 2011-2014 – Volumen/EUR: 3.000.000,00

  2. Programm Menschenrechte/Bekämpfung von Kinderarbeit und Kinderhandel/ Sexuelle Gesundheit in Burkina Faso – Zeitrahmen: 2010-2012 – Volumen/EUR: 4.043.651,00

  3. Reproduktive Gesundheit und Stärkung von Frauenrechten in Guinea – Zeitrahmen: 2009-2012 – Volumen/EUR: 3.000.000,00

  4. Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen in Nord Nigeria – Zeitrahmen: 2009-2012 – Volumen/EUR: 2.000.000,00

  5. Förderung von guter Regierungsführung in Kenia unter bes. Berücksichtigung des Rechtszugangs für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt – Zeitrahmen: 2010-2013 – Volumen/EUR: 7.870.000,00

  6. Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Bangladesch – Zeitrahmen: 2002 – 2011 – Volumen/EUR: 8.238.450,00

  7. Verbesserung der familiengerechten Stellung der Frau in Indonesien – Zeitrahmen: 2009 – 2012 – Volumen/EUR: 1.190.000,00

  8. Zugang zu Recht für Frauen in Kambodscha – Zeitrahmen: 2010-2013 – Volumen/EUR: 4.750.000,00

  9. Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika – Zeitrahmen: 2009-2013 – Volumen/EUR: 5.000.000,00

  10. Stärkung von Frauenrechten zur Gewaltprävention in Kolumbien – Zeitrahmen: 2010-2012 – Volumen/EUR: 2.750.000,00

  11. Förderung von Frauenrechten in Ägypten – Zeitrahmen: 2007-2013 – Volumen/EUR: 4.800.000,00

  12. Gender-Mainstreaming in Afghanistan (!) – Zeitrahmen: 2010-2012 – Volumen/EUR: 2.000.000,00

  13. Gender-Förderung der wirtschaftlichen Integration von Frauen in der MENA-Region (Mittlerer Osten/Nordafrika) – Zeitrahmen: 2010-2016 – Volumen/EUR: 7.500.000,00

  14. Soziale Eingliederung von Betroffenen von Menschenhandel in der MOE-Region (Mittel-/Osteuropa) – Zeitrahmen: 2010-2012 – Volumen/EUR: 2.000.000,00

  15. Integration des Gender-Ansatzes in die marokkanische Wirtschafts- und Sozialpolitik – Zeitrahmen: 2002-2013 – Volumen/EUR: 6.962.527,00

  16. Programm Förderung von Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechten weltweit – Zeitrahmen: 2009-2012 – Volumen/EUR: 3.945.000,00

  17. Sektorvorhaben weibliche Genitalverstümmelung weltweit – Zeitrahmen: 2009-2012 – Volumen/EUR: 1.200.000,00

Das sind alles in allem etwa 70 Millionen Euro aus deutschen Steuergeldern, um die Welt mit „Geschlechtergerechtigkeit made in Germany“ zu beglücken. Deutschland ist das Land mit der (zweit?)-höchsten Steuerquote der Welt. Nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 im Westen Deutschlands rief die Kanzlerin die fiskalisch ausgeplünderten Bundesbürger dazu auf, für die Flutopfer zu spenden und betonte die Notwendigkeit, den Klimawandel zu bekämpfen.

Wahnsinn

Die feministische Arroganz, mit welcher der ganzen Welt deutsches Steuergeld förmlich in den Rachen gestopft wird, auf daß sie am deutsch-feministischen Wesen genesen möge – ob sie will oder nicht – bestätigt einmal mehr meine Behauptung, daß Frauen im allgemeinen nicht „Politik machen“, sondern immer nur Frauenpolitik.

„Gender-Mainstreaming“ in Afghanistan für 2.000.000,00 Euro deutschen Steuergeldes! Ob sich die Taliban:innen und andere Afghan:innen ihr Geschlecht seither wunschgemäß selbst konstruiert haben? Ob die knapp 5 Mio. Euro für die Frauenrechte in Ägypten wohl etwas geholfen haben im Sinne der deutsch-feministischen Arroganz? Ob irgendwo die Gelder aus Deutschland angenommen worden sind mit dem Hinweis an alle Beteiligten, daß man sie nun wirklich für nichts anderes als den Bestimmungszweck verwenden darf? Ob es irgendwo eine „Erfolgskontrolle“ gegeben hat? – Wohl kaum.

Es ist diese kleine, eigentlich „unbedeutende“ Drucksache aus der 17. Wahlperiode, die besser als sonst irgendetwas zeigt, was „unser“ größtes Problem ist: Eine politische Klasse, die in dem Wahn lebt, sie hätte Steuergelder zu ihrer freien Verfügung entlang ihrer eigenen ideologischen Vorlieben erhalten, um damit jeden Unfug anzustellen, der ihr durch die selbstgerechten Krachschädel rattert. Wieviel Arroganz braucht es eigentlich, um zu der Überzeugung zu gelangen, Nationen und Völker aus ganz anderen Kulturen würden ihre eigenen „Werte“ über den Haufen werfen, wenn sie nur genug Geld aus Deutschland erhalten, um genau das zu tun – und daß sie mit dem Geld garantiert nichts anderes anstellen würden? Was bildet sich die politische Klasse in Deutschland eigentlich ein? Kann man so abgehoben sein, um nicht zu bemerken, daß die ganze Welt über dieses völlig groteske, deutsche Kasperletheater nur noch lacht oder ungläubig den Kopf schüttelt?

Was bildet sich die polit-mediale Blase eigentlich ein? Norbert Bolz hat es in einem Tweet herrlich auf den Punkt gebracht, als er nur einen aus dieser Blase aufs Korn nahm, den deutschen Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD).

Tweet von Norbert Bolz – Screenshot: Twitter

Das ist die deutsche Seuche der Gegenwart: Außer abkassieren, warnen, fordern, verbieten, hypermoralistisch daherschwadronieren und Zeichensetzen bis zum Erbrechen  hat die politische Kaste unseres völlig abgedrehten Landes nichts auf der Pfanne! Gar nichts! Dabei hält sie sich auch noch für eine Art „Weltgewissen“, diffamiert ihre Kritiker als alles mögliche, schleift die Grundrechte, suspendiert das Demonstrationsrecht für bestimmten Protest, für anderen jedoch nicht, salbadert in einer Tour von Menschheit, Weltklima und Planet – und frißt sich mit beispielloser Gier selbst auch noch fett dabei.  Die größten Skandale, der elendste Betrug, das durchsichtigste Täuschungsmanöver, die schwachsinnigsten Behauptungen – nichts davon ist mehr geeignet, daß dieses „Pack“ sich schämt und an Rücktritt denkt.

Und der desaströse Weiberwahnsinn nimmt kein Ende. Im Jahr 2021 gilt: Die Politik soll jünger und weiblicher werden. Als ob eine solche Forderung nach den Erfahrungen des vergangenen halben Jahrhunderts noch irgendeine realistische Grundlage hätte, außer einer: Wir, die Läuse in eurem Pelz, wollen das so haben.

Während auf dem Dach der amerikanischen Botschaft in Kabul Verzweifelte darauf hoffen, noch evakuiert zu werden, ehe sie von den Taliban:innen für ihre Kollaboration mit den Besatzern massakriert werden, berichtet die deutsche Presse von der Bundesverteidigungsministerin beim Flammkuchenbacken. Zu sehen ist sie in einer Küchenschürze. Der Erlös aus dem Verkauf von sage und schreibe 100 Flammkuchen soll den Flutopfern im Westen Deutschlands zugute kommen. Wenn das nicht rotzfreche, total unverschämte Realitätsverweigerung im Quadrat ist – was dann?

Laschet, Baerbock, Scholz

Am 26. September sind Bundestagswahlen. Wer dem Altparteienkartell seine Stimme gibt, macht sich mitschuldig. Die Altparteien sind samt und sonders von kulturmarxistischen Dekonstruktivisten unterwandert und haben sich obendrein den gesamten Staat zur Beute gemacht. Eine tödliche Kombination. Das „System Bundesrepublik“ ist dysfunktional geworden, seine verfassungsrechtliche Grundidee wurde völlig pervertiert. Der Staat ist ein impertinenter Fettsack geworden, der an seiner eigenen Aufgeblähtheit zu platzen droht. Da hilft kein Drehen an irgendwelchen Stellschräubchen mehr.

Zeit für die Abrißbirne und einen völligen Neuanfang ohne jene parasitären Traumtänzer, die sich inzwischen in ein Paralleluniversum hineindeliriert haben. Wie meinte doch die Bundeskanzlerin in ihrer Pressekonferenz zum Triumphzug der Taliban:innen in Afghanistan? – „Wir haben die Lage falsch eingeschätzt“. Es ist regelrecht ein konstituierendes Merkmal der Bundesregierung unter Frau Merkel geworden, Lagen falsch einzuschätzen – und zwar alle, außer einer: Was müssen wir unternehmen, um die einzige wirkliche Opposition klein zu halten? – Dabei ist sie durchaus erfolgreich gewesen.

Es ist doch schier unglaublich, daß sich ein 83 Mio.-Volk drei Kanzlerkandidaten aus ein- und derselben, zum Erbrechen bigotten Parteikleptokratenfront zur Auswahl vorsetzen läßt, als ob es nicht doch noch klügere Köpfe gäbe. Sich zwischen Laschet, Baerbock und Scholz entscheiden zu sollen, ist wie die Aufforderung, sich unter drei Pistolen diejenige selbst auszusuchen, mit der man sich „am liebsten“ hinrichten lassen würde.

Deutschland ist eine einzige Irrenanstalt geworden. Das darf so nicht bleiben.