Nur noch irre: Undercover-Corona-Polizisten wurden in Geburtstagsparty eingeschleust

Es wird immer perverser: Als verdeckte Ermittler kundschafteten mittlerweile Polizisten in Zivil unter falschem Namen Partys aus. Während in Augsburg auf diesem Weg eine „verbotene öffentliche Fete“ ausspioniert wurde, erlaubt die Stadt Leipzig eine maskenfreie „Oben-ohne-Party“ im Clara-Park. Ob sich hier auch verdeckte Ermittler herumgetrieben haben, will die SPD-regierte Stadt nicht beantworten.

Nein, es handelte sich nicht um Drogen- oder Clankriminalität oder gar einem Fall von Menschenhandel. Sondern mutmaßlich um ein sehr viel schlimmeres Verbrechen: Die Missachtung von Corona-Auflagen. Nicht anders lässt sich der Einsatz von Polizisten in Zivil erklären, die sich unter falschen Namen unter eine Party in Augsburg mischten.

Wie die Augsburger Allgemeine hinter der Bezahlschranke berichtet, schleuste die Polizei im Oktober 2020 einen Beamten und eine Beamtin als ziviles Pärchen unter falschem Namen „Undercover“ in die Party eines Managers in einer bekannten Lokalität in der Augsburger Innenstadt ein. Der Verdacht in Corona-Zeiten: Bei der Feier handle es sich nicht um eine – damals erlaubte – geschlossene Veranstaltung mit eigens geladenen Gästen, sondern um eine verbotene öffentliche Party. Nachdem das Verbrechen von den Undercover-Agenten aufgedeckt wurde, war der Partyspaß dann auch vorbei.

Ortswechsel: Leipzig. Am Samstag konnte die SPD-geführte Stadt Leipzig gar nicht schnell genug eine Kundgebung unter dem Motto „Mediziner und Wissenschaftler klären auf“ auflösen, weil Teilnehmer keine Maske trugen. Organisiert wurde die Veranstaltung laut einem in den sozialen Medien veröffentlichten Flyer von der „Bewegung Leipzig“, „Ärzte für Aufklärung“ und „Ärzte stehen auf!“. Nur wenige Stunden später schauten die selben Verantwortlichen seelenruhig zu, wie hunderte Partygänger – dicht an dicht gedrängt – ohne die heilige Corona- Masken im Clara-Park tanzten.

Auf die Nachfrage der Bild-Zeitung, warum zwei ganz ähnliche Ereignisse wieder einmal völlig unterschiedlich behandelt wurden, wollte das Leipziger Ordnungsamt nicht antworten. Bzw. konnte angeblich nicht. Wegen Personalmangels. Ob Undercover-Agenten aus den Reihen der Polizei – wie in Augsburg – unters Partyvolk gemischt wurden, ist ebenfalls nicht bekannt. Aber – bei dem immer irrer werdenden Corona-Wahnsinn – durchaus vorstellbar. (Sb)