Süddeutsche klärt auf: Deutsche sind das größte Integrationshindernis

Glücklich-verstrahlt in die Zukunft (Foto:Imago/Panthermedia)

Wie wenig das Prinzip der „Integration“ selbst von den Journalisten verstanden wurde, die es jahrein-jahraus als Mantra predigen, dafür lieferte die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) jetzt wieder ein schönes Paradebeispiel. Die Münchner Trostschrift verunsicherter und in ihrem Weltbild zunehmend von Wirklichkeitseinbrüchen bedrohter linker Akademiker und Staatspensionisten beschwert sich unter Berufung auf eine neue Studie, immer mehr Deutsche hätten „Vorbehalte gegenüber einer Beibehaltung kultureller Eigenheiten von Zuwanderern“.

Schlimmer noch: „Eine wachsende Gruppe“ verlange „Vorrechte für Alteingesessene„. Einmal den pejorativen Begriff „Alteingesessene“ als Synonym für hier seit Generationen heimische Deutsche beiseite gelassen, drängt sich hier vor allem eine Frage auf: Seit wann ist das Beharren auf eigenen Regeln und Traditionen eigentlich ein „Vorrecht“? Muss man sich nun schon entschuldigen, wenn man darauf besteht, dass man in Deutschland weiter Currywurst und Schweinefleisch essen möchte, dass sich Frauen westlich kleiden, dass Kirchenglocken läuten und Advent gefeiert wird und eben NICHT an einer angenommenen oder tatsächlichen Erwartungshaltung von muslimischen Zuwanderern ausgerichtet wird, der oftmals in vorauseilender Unterwerfung Genüge getan werden soll?

Denn natürlich geht es hier um muslimische Zuwanderer – den Anpassungs- Koexistenzprobleme gibt es nun einmal mit keiner sonstigen ethnisch-kulturellen Migrations- bzw. Abstammungsgruppe im bunten Deutschland. „Ehrenmorde“, Gruppenvergewaltigungen, Event- und Partyszene mit Gewaltorgien, homophobe und antisemitische Übergriffe und Messerattentate sind bei Chinesen, Vietnamesen, Japanern oder Südamerikanern hierzulande eben selten, um nicht zu sagen: es gibt sie nicht. Die Studienautoren (Forscher der Universität Bielefeld und der Stiftung Mercator) der repräsentativen Langzeitanalyse „ZuGleich“ (Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit) – alleine der Name trieft von ideologischer Voreingenommenheit – gehen auf diese kleine, aber wesentliche Metainformation gar nicht ein.

Ideologische Voreingenommenheit trieft aus jeder Pore

Deshalb ermitteln sie eine Zunahme „integrationsfeindlicher“ Einstellungen – also „Fremden- und Muslimfeindlichkeit“ sowie die „Abwertung von Geflüchteten“ – sie habe seit 2020 zugenommen, ohne diesen kausal zwingenden Zusammenhang zwischen der von ebendiesen Gruppen ausgehenden Kriminalitätssteigerung zu würdigen. Damit ist diese Studie schon a priori für den Mülleimer. Ähnlich aussagekräftig wäre etwa eine Umfrage in Polen, Frankreich, Tschechien, den Niederlanden, Griechenland oder der Sowjetunion Nach Kriegsende 1945 über die Gefühle gegenüber Deutschland gewesen, die dann zum Nachweis verbreiteter „Deutschenfeindlichkeit“ in Europa geführt worden wäre. Die Negativerfahrung mit zahlreichen Vertretern bestimmter Gruppen prägt das Bild dieser Gruppen. Eine Binse, für die anscheinend jedes Jahr aufs Neue viel Geld zum Fenster hinausgeschmissen werden muss.

Doch Ziel ist ja hier weniger Erkenntnisgewinn, sondern ein vorgefasstes Präjudiz über den angeblich tief verwurzelten Rassismus, Dünkel und Fremdenhass der Deutschen bestätigt zu finden, das mit der Wirklichkeit zwar nichts zu tun hat, aber mit dem Politik gemacht und eine ganze Empörungsindustrie am Laufen gehalten werden muss. Niemand verwehrt Muslimen, so wenig wie Juden oder Buddhisten, ihre Glaubensausübung. Doch sie haben ein Problem mit archaischen Familienbildern, mit innenfamiliärer Gewalt (die Frauenhäuser sind voll von Muslimas), mit Terroranschlägen von Muslimen, mit einer immer aggressiveren Zurschaustellung des Islam im öffentlichen Raum und der zunehmenden Hinwendung selbst in Deutschland aufgewachsene jugendlicher Migrationsstämmiger zu den Traditionen und Wertvorstellungen der Herkunftsländer ihrer Vorfahren. Und bei Neuankömmlingen ist oft keinerlei Bereitschaft zur Anpassung da.

Dieser Mangel an Kongruenz, an Bereitschaft der Migranten, zu einem Teil der autochthonen Mehrheitsgesellschaft zu werden, sondern umgekehrt diese zu verändern und ihren kulturellen Vorstellungen anzunähern, ist das Charakteristikum der deutschen Variante einer angeblichen „Einwanderungsgesellschaft“, die es gar nicht abwarten kann, sich selbst auszulöschen und ihre Identität zu verlieren. (DM)