Chefredakteur der „ÄrzteZeitung“ findet: „Die STIKO-Mitglieder sollten zurücktreten!“

STIKO-Chef Thomas Mertens (Bild: Imago / teutopress)
STIKO-Chef Thomas Mertens (Bild: Imago / teutopress)

Politiker in Bund und Ländern haben – vermutlich irreversibel – Ansehen und Unabhängigkeit der STIKO ruiniert. Denis Nößler, Chefredakteur der „ÄrzteZeitung“ findet, die Mitglieder der Impfkommission sollten deswegen jetzt Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Dass die 18 Gesellen der STIKO sich feige dem politischen Druck gebeugt und Kinder ans Corona-Messer geliefert haben, darüber verliert Nößler indes kein einziges Wort. Es sorgt sich dann doch lieber darum, dass die „politischen Entscheider“ vermeintlichen „Populisten in die Hände spielen“. 

Denis Nößler, seit Jahresbeginn neuer Chefredakteur der ÄrzteZeitung, fordert in seinem aktuellen Kommentar – überschrieben mit „Impfposse“ – dass die Mitglieder der Ständigen Impfkommission (STIKO) zurücktreten sollten. Er kritisiert, dass die Politik sich in der Impfdebatte – womöglich mit unabsehbaren Folgen für die Akzeptanz wissenschaftlicher Erkenntnisse – an der Wissenschaft – versündigt habe, indem die Gesundheitsminister von Bund und Länder und und der SPD-Corona-Quartalsirre Karl Lauterbach ohne wissenschaftliche Empfehlung der STIKO die Corona-Impfung ab 12 Jahren propagierten.

Nößler weißt explizit darauf hin, dass die Kommission laut Paragraf 20 des Infektionsschutzgesetzes DAS Bundesgremium für Impfempfehlungen sei. Und dieses Gremium – laut Selbstdarstellung ist die STIKO eine ehrenamtliche, politisch und weltanschaulich unabhängige, derzeit 18-köpfige Expertengruppe, die beim Robert-Koch-Institut angesiedelt ist – im Vorfeld von den Ministern nicht einmal konsultiert worden. Das zumindest soll wiederum STIKO-Mitglied Ulrich Heininger behauptet haben. Heiniger zählt zu jenen „unabhänigen“ STIKO Mitgliedern, die laut und vernehmlich die „Entscheidung der Politik“ begrüßt haben, allen 12- bis 17-Jährigen „ein Impfangebot zu machen“.

Peinlich sei die Nichtbeachtung der eigenen Gesetze durch manche Politiker, bejammert Nößler und beklagt nochmals laut, dass „die Politik sich in der Impfdebatte an der Wissenschaft versündigt“ habe. Der Herr Chefredakteur will weiter erkannt haben, dass der Politik die Risikokommunikation entglitten ist, diese dadurch das Wesen der Aufklärung infrage stellen und – das ist mutmaßlich die größte aller Sorgen – den Populisten an den Rändern in die Hände spielen. Dieses Spiel gehe gerade munter weiter, so Nößler weiter – da die Gesundheitsminister seit dem 9. August die Gabe der dritten Impfdosis als Booster propagieren. Wenig aufgeregt dann die Feststellung, dass es dazu nicht einmal eine Zulassung gebe. Die Angst vor dem „Populisten-Missbrauch“ der Thematik scheint dann doch schwerer zu wiegen.

Nößlers glasklares Fazit und Empfehlung an die Damen und Herren der angeblich politisch ach so unabhängigen STIKO: „Statt sich weiterhin vereinnahmen und so ihre gute wissenschaftliche Reputation missbrauchen zu lassen, sollten die STIKO-Mitglieder die Reißleine ziehen und gemeinsam ihre Ämter in der Kommission niederlegen. Nur so kann sich die Wissenschaft wieder behaupten.“

Was den Chefredakteuer der „Ärzte Zeitung“ kein bisschen zu stören scheint: Dass es sich bei den 18 Gestalten der STIKO um rückgratlose Zeitgenossen handelt, die sich nun dazu hergegeben haben, eine „Empfehlung“ abzugeben, damit die unausgetestete Impfplörre  Kindern ab 12 Jahren verabreicht werden kann. Das Gebrabbel des STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens, man habe urplötzlich neue Forschungsergebnisse – obwohl man vor nicht einmal zwei Monaten dringend empfahl, nur Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen zu impfen, hält Nößler ebenfalls für kritikunwürdig. (SB)