Europapark Rust markiert Ungeimpfte mit farbigen Armbändern: Diskriminierung als Freizeitspaß

Europa-Park Rust: Wo die neue Impf-Apartheid zuhause ist (Foto:Imago/Schneider)

Waren die gelben Sterne alle, griff man deshalb zu bunten Armbändern? Im Europapark Rust ist seit kurzem schonmal ein Vorgeschmack auf das zu „genießen“, was der Gesellschaft in Kürze überall blühen dürfte – ganz im Sinne einer neuen Politik, die zum Erhalt ihrer Sondervollmachten die Devise „Spalte und herrsche“ auf die Spitze treibt: Ungeimpfte und Getestete werden dort offen stigmatisiert. Sie sind im Europapark ab sofort mit farbigen Eintrittsbändchen gekennzeichnet. Geimpfte erhalten hingegen weiße Armbänder.

Die Farbsymbolik ist unglücklich gewählt, denn hier steht „weiß“ dann tatsächlich für eine Privilegierung gegenüber den „Person of colored bracelets“; was wohl Black Lives Matter dazu sagt? Die Armbändchen am Handgelenk lassen ihre Träger – und genau darum geht es ja – als Nichtgeimpfte erkennen, woraufhin diese dann leichter gemieden, zur Rede gestellt und angefeindet oder bedarfsweise ausgesondert werden können. Die Schikane hat Methode: Während Geimpfte beim Eintritt lediglich ihren Impfausweis und Genesene ihren Labortest vorzeigen müssen, der ihnen Antikörper bescheinigt, sind Ungeimpfte gezwungen, vor Betreten des Parkgeländes „einen maximal 24 Stunden alten Schnelltest“ vorzulegen oder einen PCR-Test („maximal 28 Stunden alt„). Völlig irre: Die Testpflicht gilt nun auch schon für Kinder ab sechs Jahren, so die Hinweise auf der Webseite des Parks.

Dass in einem Freizeitpark für jedermann sichtbar der Impfstatus von Menschen sichtbar gemacht wird, ist eine Stigmatisierung, die noch vor zwei Jahren für ein absurder Scherz gehalten worden wäre (und – ausgehend von den Versprechen, es werde keine medizinische Zweiklassengesellschaft geben –  auch noch im letzten Jahr). Doch die Erwartungshaltung der Bundesregierung, durch Alltagsdiskriminierung und subtile Erniedrigungen die Menschen zu zwingen, ihre „freie Entscheidung“ in jedem Fall im Sinne von Big Pharma und Impflobby zu treffen, findet offenbar in der Wirtschaft willige Vollstrecker. Dass der Europapark, Austragungsort diverser Veranstaltungen und eine der bekanntesten Freizeitattraktivitäten und Event-Locations Deutschlands und Europas in privater Hand, bei diesem traurigen Wahnsinn mitmacht, spricht leider für sich.

„Krasse Maßnahmen“

Die, wie „Heidelberg24„, kommentiert „krassen Maßnahmen“ werden vom Unternehmen mit Verweis auf die neue baden-württembergische Corona-Verordnung begründet, und sollen den „Infektionsschutz“ gewährleisten, der vor allem „mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene“ vorsieht. Ob hierfür ausgerechnet ein Erholungsparadies für Familien und Freizeitpark das richtige Experimentierfeld ist, darf bezweifelt werden – und wird offenbar auch von der Öffentlichkeit alles andere als gutgeheißen: auf der Facebook-Seite des Europaparks tobt ein regelrechter Shitstorm gegen die neuen Maßnahmen. Auch bestätigt die Park selbst, dass „innerhalb der vergangenen Woche etwa hundert E-Mails mit Beschwerden“ eingegangen seien. Da die Deutschen jedoch, anders als Franzosen, so veranlagt sind, über ihr Schicksal zwar zu motzen, aber keineswegs Versuche zu unternehmen, es zu ändern, bleibt es beim Sturm im Wasserglas: Die derzeit maximal zugelassene Besucherzahl von 24.000 pro Tag wird ständig erreicht.

Und manchen ist selbst das noch zu viel: Weil sich etliche „Coronazis“ und panikverhetzte Virushysteriker über die angeblichen Besuchermassen beschwerten – und das trotz der Armband-Maßnahme und des massiven Einsatzes speziell geschulter Mitarbeiter für die Einhaltung Maskenpflicht und Abständen -, musste das zuständige Kreisgesundheitsamt beschwichtigen und klarstellen, dass man „in regelmäßigem Austausch mit den Verantwortlichen in Rust“ stehe. Die Kennzeichnung von Nichtgeimpften gießt hier natürlich schön Öl ins Feuer. Und in Zukunft dürfte der Druck auf Ungeimpfte, ganz so wie von der Politik gewollt, eher noch zunehmen. (DM)