Erst Booster und dann Ballaballa?

Otto Normalverbraucher in Corona-Zeiten (Foto: Von Zephyr_p/Shutterstock)

Weil die ersten beiden Impfungen sozusagen umsonst waren, muss nachgelegt werden. Ob das ebenfalls nichts bringt, ist noch nicht klar, ist auch nicht so wichtig, Hauptsache der Rubel rollt. Über Risiken und Nebenwirkungen kann man später immer noch mal reden.

Die Kassenärzte haben von der Bundesregierung nun erstmal genaue Vorgaben für mögliche dritte Impfungen gegen das Coronavirus in den kommenden Monaten gefordert. „Selbstverständlich können die Booster-Impfungen in den Praxen vorgenommen werden“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Doch die Praxen und ihre Teams brauchen Klarheit, wann und für wen Impfungen vorgenommen werden können“, sagte Gassen.

„Hierzu wäre es wichtig, eine möglichst klare wissenschaftlich begründete Definition zu haben, für wen eine Booster-Impfung sinnvoll wäre“, sagte er. „Nicht vergessen dürfen wir, dass ab dem Herbst auch wieder die Grippesaison einsetzen wird. Sinnvoll wäre eine mögliche Kombination beider Impfungen.“

Booster-Impfungen sind Auffrischungsimpfungen, die derzeit von Gesundheitsexperten für den Zeitraum sechs Monate nach den ersten Immunisierungen diskutiert und vor allem für Ältere empfohlen werden.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt will derweil sogenannte Corona-„Booster“-Impfungen nur bei bestimmten Personengruppen. „Es spricht theoretisch einiges dafür, dass eine Auffrisch-Impfung für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, mit einem geschwächten Immunsystem sowie für Hochbetagte sinnvoll sein kann“, sagte Reinhardt der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Nach bisherigem Kenntnisstand und Auffassung namhafter Experten ist sie aber für die meisten Geimpften nicht sofort nötig“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer.

„Insgesamt fehlen uns immer noch aussagekräftige Studien, ob wann und für wen eine Boosterimpfung angezeigt ist“, sagte er. Die Ständige Impfkommission (Stiko) befasse sich derzeit intensiv mit diesem Thema. Die Stiko-Empfehlungen basierten ausschließlich auf der Basis der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz.

Das gelte auch für die nun anstehende Nutzen-Risiko-Abwägung von Auffrisch-Impfungen für Erwachsene. „Bund und Länder wären gut beraten, bei dieser wichtigen Frage die wissenschaftliche Expertise der Stiko nicht zu übergehen“, mahnte Reinhardt.

Doch die Panikmache zeigt erste Wirkung:

Die deutschen Hausärzte stellen sich zum Start der Auffrischungsimpfungen auf Konflikte mit Patienten ein. „Jetzt, da die dritte Impfung angeboten wird, kommen viele Menschen auf uns zu, die eine Auffrischung haben möchten, aber noch keinen Anspruch darauf haben“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das führe zu Diskussionen in den Praxen.

Im Moment liegt die Altersgrenze für die dritte Impfung bei 80 Jahren. Ob die Hausärzte auch jüngeren Patienten diese Auffrischungsimpfung anbieten, sei dann jeweils abhängig von der persönlichen Konstitution und dem Vorliegen schwerer Krankheiten, so Weigeldt. Gesunde Personen unter 80 Jahren würden in der Regel derzeit kein Angebot bekommen.

Generell sehen sich die Hausärzte gut vorbereitet: „Durch die Auffrischungsimpfungen wird es nicht mehr einen solchen Ansturm geben wie zu Beginn des Jahres beim Start der Impfkampagne“, so Weigeldt. Die Booster-Impfungen könnten in der Impfroutine der Hausarztpraxen abgearbeitet werden.

Unfassbar, wie schnell ganz normale Bürger zu Junkies werden können. Angst ist wirklich das beste Marketingkonzept überhaupt.

Und nach der nächsten Booster-Impfung sind wir dann alle gesund, aber ballaballa. (Mit Material von dts)