Jetzt kriegt Baerbock auch noch Ärger mit den Menschenrechtlern

Foto: Annalena Baerbock (über dts Nachrichtenagentur)

So etwas kann schon passieren, wenn man einfach nur was heuausposaunt, ohne sich vorher mit der Materie überhaupt zu beschäftigen:

Der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Martin Lessenthin, hält die Kritik von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock am katarischen Transport von Taliban-Führer Abdul Ghani Baradar nach Afghanistan für ungerechtfertigt. Das sagte er dem Nachrichtenportal Watson. „Meiner Ansicht nach könnte sich Frau Baerbock durch diese Äußerung etwas verrannt haben“, so Lessenthin.

Denn die Flüge könnten auch dafür gedient haben, Verhandlungspartner zu fliegen. „Da gilt aus meiner Sicht, dass jede Verhandlung – auch mit dem möglichen Henker – Menschenleben retten kann“, so der Aktivist. „In Extremsituationen muss man, um Menschenleben zu retten, auch im Zweifel mit dem Henker selbst verhandeln. Jede Person, die in Afghanistan mit Menschenrechtsverletzungen rechnen muss und Opfer des Terrorregimes werden kann, soll in Sicherheit gebracht werden.“ Es sei „egal“ durch wen dies geschehe. Dennoch spricht sich Lessenthin klar für eine Absage der Weltmeisterschaft 2022 in Katar aus: „Eine WM in einem solchen Staat ist natürlich absurd. Grundsätzlich hat so ein Turnier den Geruch von Sport und Fußball an sich, aber in Katar kommt der Gestank von verkauften Seelen und verrottendem Fleisch dazu.“ Während der Bauarbeiten für die insgesamt acht WM-Stadien waren im Emirat über 6.500 Bauarbeiter gestorben, berichtet der „Guardian“ unter Berufung auf Amnesty International.

Lessenthin sollte dennoch mal aufzählen, was es bislang gebracht hat, mit den Taliban überhaupt ein Wort zu wechseln. Menschenrechte wurden damit mit Sicherheit nicht gesichert, vielleicht hier und da ein Menschenleben. Aber die lebenslange Folter vieler Hunderttausend Menschen, überwiegend Frauen konnte bislang nicht abgemildert werden. Im Gegenteil. (Mit Material von dts)