„Corona-Pandemie“: Keine Übersterblichkeit in 2020 – Herzinfarkt und Krebs weiterhin führend bei Todesursachen

Trauer (Symbolbild: shutterstock.com/Von Photographee.eu)

Im vergangenen Jahr starben in Deutschland insgesamt 985.620 Menschen. An erster Stelle der Todesfälle stehen – wie immer – Krankheiten des Kreislaufsystems, wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Danach folgt Krebs. Verstorbene, die positiv auf Covid getestet worden waren, rangieren mit knapp 33.000 auf den unteren Rängen.

Laut Statistischem Bundesamt starben im vergangenen Jahr 324.271 Menschen an Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems. Sie machen ein Drittel aller Todesfälle aus. Als Ursache wird eine ungesunde Lebensweise vermutet. An zweiter Stelle stehen mit 230.125 Fällen, etwa einem Viertel, Krebserkrankungen. Die drittgrößte Gruppe mit 59.190 stellen Krankheiten des Atmungssystems, darunter Grippe oder Lungenentzündungen. Von ihnen starben 31.982 Menschen an chronischen Erkrankungen der unteren Atemwege. In diese Gruppe werden Covid-19 Fälle, die durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelöst wurden, laut WHO nicht einberechnet.

Die Plätzen vier bis sieben belegen psychische und Verhaltensstörungen (57.110 Fälle), die Gruppe der Erkrankungen des Verdauungssystems (40.780), dann die der Drüsen- sowie Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (35.116) und Krankheiten des Nervensystems (33.925).

Erst danach weist die Statistik unter der Rubrik „Schlüsselnummern für besondere Zwecke“ die Sterbefälle im Zusammenhang mit COVID-19 aus. Insgesamt eine Zahl von 32.849. 31.678 wurden als durch einen Labortest bestätigt gemeldet, die restlichen ohne Test. Wer von ihnen ursächlich an Covid-19 gestorben ist, ist auch nach eineinhalb Jahren „Pandemie“ weiter unklar.

Das Robert Koch-Institut (RKI), das dem Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU) untersteht, untersagte monatelang Medizinern, sogenannte Corona-Tote zu obduzieren und verhinderte damit die Ermittlung der eigentlichen Todesursache.

Professor Klaus Püschel, Rechtsmediziner aus Hamburg, obduzierte auf eigene Faust mit dem Ergebnis, daß die Verstorbenen überwiegend den bekannten Risikogruppen der multimorbiden beziehungsweise schwerkranken Personen angehörten. Sie litten zuvor an fortgeschrittenen Herzkreislauf- und Lungenerkrankungen, an Krebs oder gehörten zu den immungeschwächten und häufig auch bereits hochbetagten Menschen.

Im Juli dieses Jahres meldet der IGES Pandemie Monitor: „Der Anteil der Todesfälle, die nicht als akute Reaktion auf eine Coronavirus-Infektion gedeutet werden können, steigt seit Anfang 2021 ständig.“

Die Experten wiesen darauf hin, daß Meldungen erfolgen, „bei denen die aktuelle Todesursache nicht dokumentiert wird“. Jeder vierte aktuell gemeldete Corona-Tote werde „fälschlicherweise den COVID-19-Sterbefällen zugeordnet“, so das IGES.

Auch die für Pandemien typische Übersterblichkeit blieb im vergangenen Jahr aus. Im Gegenteil: Es gab sogar mehrere Tausend Todesfälle insgesamt weniger als erwartet, ausgehend von der Sterberate der Jahre 2016 bis 2019, wie 2020news aufzeigte. Ursache: Die steigende Bevölkerungszahl.

Der übergroße Anteil der 2020 Verstorbenen war älter als 70 Jahre. Die Analyse zeigt die entsprechenden Sterberaten der über 70-Jährigen, die über 89 Prozent der offiziell gemeldeten „COVID-19-Todesfälle“ ausmachen. Danach liegt die Sterberate des vergangenen Jahres auf oder unter dem Niveau der Jahre 2016 bis 2018. „Für alle Altersgruppen, ausgenommen die über 90-Jährigen, waren in den Vorjahren höhere Sterberaten zu verzeichnen“, so 2020news. (MS)