Kommt das Berufsverbot für ungeimpfte Erzieherinnen?

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Nein, es gibt keinen Impfzwang, so das Mantra der Politik. Aber ungeimpfte Erzieherinnen sollen ab Herbst „an anderer Stelle“ eingesetzt werden, fordert Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus.

Er könne die Sorgen von Eltern über eine umgeimpfte Erzieherin verstehen, gibt Brinkhaus bei n-tv zu Protokoll. Seine Lösung: Renitente Impfverweigerer müssen mit „beruflichen Einschränkungen“ rechnen, was durchaus einem Berufsverbot gleichkommt.

„Wenn sich jemand Sorgen macht, weil sich eine Kita-Erzieherin nicht impfen lässt, nehme ich das sehr ernst“, so Brinkhaus. Von Zwang oder Impfpflicht will er nicht sprechen, aber „wenn in der Hochansteckungsphase im Herbst ungeimpfte Menschen in sensitiven Bereichen arbeiten, sollte man sie vielleicht woanders einsetzen“, so das 53-jährige CDU-Mitglied.

Offensichtlich hat die Impfkampagne ihren Höhepunkt überschritten. 59,9 Prozent der Bevölkerung haben ihre zweite Spritze erhalten und gelten damit als vollständig geimpft. Das enspricht knapp 49,9 Millionen Menschen. Mit einer Impfung laufen 53,9 Millionen Menschen oder 64,8 Prozent der Bevölkerung herum.

Nachdem der Sommerurlaub vorbei ist, der für viele ein Grund zum Impfen war, gerät die Impfkampagne schwer ins Stocken. Jede zehnte Impfdosis gegen das Coronavirus bleibt derweil in den deutschen Arztpraxen liegen und steht kurz vor dem Verfallsdatum, so der Spiegel vor wenigen Tagen.

Insgesamt rund 3,2 Millionen Impfdosen könnten ungenutzt verfallen. Überzählige Dosen können von Hausärzten nicht zurückgegeben werden, denn dafür hat der Bund keine Regelung getroffen, berichtet der BR. Nun warten 1,5 Millionen unverbrauchte Dosen von AstraZeneca sowie Johnson & Johnson auf ihren Einsatz. Auch bei 1,7 Millionen Dosen BionTech ist nicht sicher, ob sie noch verimpft werden können.

Und so bleibt dem Ex-Banker und nun Gesundheitsminister Jens Spahn nichts weiter übrig, als weiter Angst und Schrecken zu verbreiten: Die vierte Corona-Welle komme mit zunehmender Wucht, twitterte er. Der beste Schutz sei eine rechtzeitige Impfung, so der „Experte“. (MS)