Wen hat die Bundeswehr ausgeflogen? „Ortskräfte“ offenbar nicht

Her damit, mit den
Her damit, mit den "Ortskräften" (Bild: shutterstock.com/ Von john smith 2021)

Die Verschwörungstheoretiker haben mal wieder recht gehabt: Nach eigenen Angaben hat die Bundeswehr bei ihrer Evakuierungsmission mehr als rund 4000 afghanische Staatsbürger seit dem Sieg der Taliban ausgeflogen. Nur bei einem Bruchteil von ihnen soll es sich allerdings um sogenannte Ortskräfte gehandelt haben. Wer saß da im Flieger? Islam-Terroristen?

Nur ein kleiner Teil der Ausgeflogenen soll für die Bundeswehr tätig gewesen sein, dass will Bild aus einer Schaltkonferenz zwischen Innenministerium, Auswärtigem Amt und weiteren Behörden erfahren haben. So sollen (Stand Donnerstag) von knapp 3600 Afghanen, die seit dem 17. August ausgeflogen wurden, nur rund 100 der sogenannten Ortskräfte mitsamt 370 Familienangehörigen Platz an Bord eines Bundeswehrfliegers genommen haben.
Wer hat uns da wieder belogen? Unter den ausgeflogenen Afghanen befand sich „eine beträchtliche Anzahl ehemaliger Ortskräfte“, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch noch großspurig mit. Auch die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass „vor allem“ afghanische Ortskräfte nach Deutschland gebracht würden, entpuppt sich offenbar als weitere handfeste Lüge.
Insgesamt sollen über 13.000 „Ortskräfte“ und ihre Familienangehörige eine Aufnahmezusage von Deutschland erhalten haben. Wie viele davon wirklich Ortskräfte sind, lässt sich nun erahnen. Viel Spaß „2015“ kann man da nur sagen. Der totale Kontrollverlust ist wieder einmal vorprogrammiert.