Presse: Die „Zeit“ macht aus Merkel einen guten Menschen

Merkel nach der "Zeit"-Lektüre? - Foto:Imago/Minkoff

Daß die deutsche „Qualitätspresse“ bisweilen von sonderbaren Anwandlungen heimgesucht wird, ist keine Neuigkeit. Aber so schlimm? Bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ ist ein extrem schräger Artikel über Angela Merkel erschienen. Verfasst wurde er von einem stellvertretenden Chefredakteur unbekannten Geschlechts namens Bernd Ulrich. Die aufgerollten Zehennägel.

von Max Erdinger

Über Angela Merkel ist schon viel geschrieben worden. Wenn man Bernd Ulrich in der „Zeit“ Glauben schenken will, dann war fast alles falsch. Nach 16 Jahren merkelinischer Regentschaft hat er die wundervollen Seiten der Kanzlerin entdeckt. Ob er wohl besonders genau hingesehen hat? Oder ist nur das deutsche Drogenproblem größer als bisher angenommen?

Man traut seinen Augen kaum: „Politik gilt als ein Spiel von Intrige, Demütigung und Rache. Angela Merkel hat dabei nicht mitgemacht – und war gerade deshalb erfolgreich.„, schreibt Bernd Ulrich. Wer hätte es gewußt? Politiker sind Spieler, Merkel hat nicht mitgespielt – und erfolgreich war sie auch noch. Was fallen einem denn dazu für Analogien ein? Journalisten gelten als Schleimer, Ulrich hat nicht mitgeschleimt – und seine Schleimspur ist gerade deshalb enorm?

Bei wem gilt Politik als ein Spiel? Wie kann jemand tatsächlich nicht mitmachen bei etwas, das einem Anderen lediglich irgendwie vorkommt? Wenn Politik tatsächlich als ein Spiel von Intrige, Demütigung und Rache gälte, und wenn Angela Merkel angeblich nicht mitgespielt hat, könnte sie dann überhaupt als Politikerin gelten?

Gutmensch und guter Mensch

Ulrichs peinlich servile Lobhudelei auf die Unaussprechliche ist mit der Schlagzeile überschrieben: „Kann man an der Macht ein guter Mensch sein?“ – Soll ihm der „Zeit“-Leser abnehmen, daß Ulrich eine solche Frage nicht nur stellen, sondern auch beantworten kann? Wäre es nicht wesentlich einfacher gewesen, Ulrich hätte erst einmal vorsichtig formuliert und gefragt: Kann man an der Macht ein Gutmensch sein? Die Antwort wäre ohne Anschlußtext sofort möglich gewesen, jede weitere Frage hätte sich erübrigt: Ja, man kann. Man kann Gutmensch an der Macht sein.

Ein Gutmensch läßt sich wesentlich einfacher identifizieren, als ein guter Mensch. Wenn sich der „Zeit“- Ulrich also zuerst einmal mit der Frage beschieden hätte, ob Angela Merkel ein Gutmensch ist und bei einem „Ja“ als Antwort herausgekommen wäre, hätte er sich die Frage, ob sie ein „guter Mensch“ an der Macht ist, gar nicht mehr zu stellen brauchen. Gutmenschen sind nämlich das exakte Gegenteil von guten Menschen. Was heißt das? Das heißt, daß Bernd Ulrich den „Zeit“-Lesern weismachen wollte, er selbst sei ein regelrechter Überflieger, weil er den Gutmenschen als Möglichkeit nicht einmal mehr in Betracht zu ziehen braucht, um stattdessen gleich bei der sehr viel schwierigeren Frage zu landen, ob „man“ an der Macht ein guter Mensch sein kann – und daß er selbst die Antwort darauf wissen könne.

Nur, um den Unterschied noch einmal herauszustellen: Ein guter Mensch ist einer, der Gutes tut. Ein Gutmensch ist einer, der Anderen däumchendrehend sagt, was sie Gutes tun müssen, um das Gut-Niveau zu erreichen, auf dem er sich seines Mundwerks wegen bereits wähnt.

Genau genommen gibt es keinen prominenteren Gutmenschen, als ausgerechnet Angela Merkel. Wenn Gutmenschentum in Pappschachteln daherkäme wie das Waschpulver, müsste Angela Merkel mit hochgerecktem Daumen von der Schachtel heruntergrienen wie der Weiße Riese.

Und dann das noch: Bernd Ulrich erklärt erst einmal, was das sein soll, das er da bei der „Zeit“ abgeliefert hat. „Dies ist ein Text …“ – soweit zutreffend – „… über eine wahrhaft ungewöhnliche Frau, …“ – schon allein wegen der Existenz von Katrin Göring-Eckardt, Helge Lindh und seiner eigenen gelogen – „… über Gut und Böse in der Politik…“ – über Bernd Ulrichs manichäisches Weltbild also – „… über eine Tragödie, die aus der Zukunft kommt …“ – was ist LSD? – „… und seit einiger Zeit ebendiese Frau erreicht hat …“ – wieso Frau? Woher will Bernd Ulrich wissen, welches Geschlecht sich die Unaussprechliche selbst konstruiert hat? Hat er womöglich Anmut & Liebreiz bei der „Bundeskanzlernden“ entdeckt?

Dann verblasst das, was „dies ist ein Text“ geworden wäre, und verschwindet endgültig hinter der Bezahlschranke. Nur ausgesprochene Textmasochisten würden da noch nach einem Münzschlitz suchen.

Der Münzschlitz

So viel steht fest: Mit dem Wort „Münzschlitz“ wird man Angela Merkel nicht gerecht. Sie nimmt nur Banknoten und gibt kein Wechselgeld mehr zurück. Sie selbst wird auch nicht von einer Tragödie aus der Zukunft erreicht, sondern diejenigen werden in Zukunft eine Tragödie erleben, die den Merkelautomaten mit ihren Banknoten gefüttert haben, daß bald keine mehr hineinpassen. Ganz egal, wieviele bunte Papierschnipsel die EZB noch druckt. Wie ein fetter Staatshaushalt verbildlicht aussieht, kann erkennen, wer Angela Merkel dabei zuschaut, wie sie mit ihrer Einkaufstasche aus dem Plenarsaal watschelt. Die Gesamtsteuereinnahmen von Bund & Ländern haben während ihrer Amtszeit eine sensationelle Rekordhöhe erreicht. Die Ausgaben auch. Es kann schon sein, daß es Leute im Ausland gibt, die wegen des Spendierhosenanzugs, den Angela Merkel gern trägt, davon überzeugt sind, die Bundeskanzlerin sei ein guter Mensch an der Macht. Zu denken wäre da an allerlei Potentaten und farblich ansprechende Diktatoren, die deutsches Steuergeld für das Versprechen erhalten haben, es der Entwicklung von Wrschtlpfrmpft in ihrem Land zugute kommen zu lassen – und die es dann doch lieber auf ihre eigenen Konten eingezahlt haben.

In Deutschland selbst aber kann Angela Merkel nur als Gutmensch an der Macht gelten. 100 Millionen Euro an die Taliban zu überweisen, die geschröpften Bürger im eigenen Land trotz rekordverdächtiger Steuereinnahmen aber dazu aufzurufen, für die Flutopfer an Ahr und Erft zu spenden, – so etwas bringt nur ein ausgesprochener Gutmensch fertig.

Keine Verdienste?

Es ist nicht so, daß man Angela Merkel völlige Verdienstlosigkeit nachsagen dürfte. Sie hat schließlich seit 16 Jahren ungefähr 30 Mille im Monat dafür bekommen, Gutmensch an der Macht zu sein. Das ist aber nicht das, was hier mit Verdienstlosigkeit gemeint war. Wenn Bernd Ulrich in der „Zeit“ schon mit seinem markerschütternden Subjektivismus bis an die Bezahlschranke herausplatzen darf, dann werde ich wohl auch mal dürfen.

Also: Während der Amtszeit von Angela Merkel hat sich entlang der schwer in Mode gekommenen Infektionsangst zumindest eine nützliche Erkenntnis eingestellt, was wiederum sehr verdienstvoll ist. Die Erkenntnis: Wer sich mit der „Zeit“ auch nur noch den Hintern abwischt, infiziert sich derartig mit dem „Zeit“-Virus, daß er mit großer Wahrscheinlichkeit binnen 48 Stunden an einer schmerzhaften Schließmuskelvergiftung stirbt, ganz egal, mit wieviel Luft man ihn vorher noch über den Anus zwangsbeatmet. 48 Stunden sind das statistische Überlebens-Maximum.

Bernd Ulrichs Schlagzeilen-Schleimspur bei der „Zeit“: „Wie zerbrechlich ist die Demokratie?“ – Einer der „Wie“-Frager also im Lande von „wie blöde wird´s denn noch?“. Einer jener hetzenden Intellekt- und Differenzierungssimulanten, die noch jede ihrer subjektivistischen Behauptungen hinter „Wie“-Fragen verstecken. Wie gut ist Haldenwang? Wie gefährlich ist die AFD? Wie tödlich ist der Tod?

In unserer Natur“ – aha, „wie“, „wir“, „unser“ – wie wir dringend unsere Natur natürlicher machen müssen.

Laschet ist kein Schicksal“ – Unterstellung: Auch wenn „wir“ das glauben könnten, wahrlich ich sage „uns“, was kein Schicksal ist, weil ICH der schlaue Ulrich bin, nicht wir.

Die Union träumt den Leuten was vor“ – „albträumt“, wenn schon.

Die Befreiung der Freiheit“ – Ulrich ging es ums Bundesverfassungsgericht unter dem Merkel-Intimus Harbarth, und – wen wundert´s – mit der Schlagzeile: „Wenn´s heiß wird, sogar Kanzleramt„, um sein weltklimatisches Spinntgirl, Annalena Baerbock. Das war am 7. Juni, als sich Ulrichs Spinntgirl noch nicht in dem Ausmaß unmöglich gemacht hatte, daß es am heutigen Tage sogar einem Bernd Ulrich nicht mehr ratsam erscheinen kann, sich öffentlich zu seiner Angebeteten zu bekennen.

Na ja, da musste nun eben Angela Merkel herhalten als Projektionsfläche für des Systemlings sagenhafte Weisheit. Als ob Merkel nur zweite Wahl für die Ulrichs dieser in Dekadenz geistig degenerierten Republik wäre …schnief. Gottseidank ist Angela Merkel ein „guter Mensch“. Da wird sie´s dem Ulrich wohl gütig verzeihen.

Sogar, wenn man es sich bei der „Zeit“ angesichts einer großherzigen Spende der impfstofflichen Bill & Melinda Gates-Stiftung erlauben könnte, den Preis der Printversion unter das Niveau von Toilettenpapier zu drücken, sollte man Abstand davon nehmen, die „Zeit“ zu verwenden. Das „Zeit“-Virus wandert sonst von „untenrum“ am Rückgrat entlang durch den Körper bis ganz nach oben. Irreversible Hirnschäden sind auf jeden Fall unvermeidlich. Besser, man verwendet eine dieser hautschmeichelnden FFP2-Masken.