Ehemaliger Oberst: Mit den „Ortskräften“ könnten auch Islam-Terroristen kommen

Symbolfoto: (Foto: Durch Black Duck Style/Shutterstock)

Oberst a.D. Thomas Sarholz legt in Sachen „Ortskräfte“ nach: „Wir haben doch Ortskräfte erlebt, vor allem bei anderen Staaten, die sich als Selbstmordattentäter entpuppt haben. Wir haben Ortskräfte erlebt, die als Wachen eingesetzt wurden – die dann von Wachtürmen aus, wenn Konvois das Camp verlassen haben, dies nach draußen gemeldet haben.“

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die FAZ seinen Leserbrief zum Thema hilfsbedürftige Ortskräfte (jouwatch berichtete) , jetzt folgt ein interview in der Bild. Nur 138 „Ortskräfte“, die laut Angela Merkel „Deutschland zur Seite gestanden haben“, samt ihrer 496 Familienangehörigen saßen in den Bundeswehr-Evakuierungsfliegern. Die Frage, wer die knapp 4000 anderen Afghanen waren, bleibt weiter offen.

Vor diesem Hintergrund sind die Aussagen des Ex-Offiziers umso bedrohlicher: „Menschen, die wir besser dort gelassen hätten, haben sich aufgrund rein ihrer physischen Stärke dort in die Flugzeuge hineingedrängt“, erklärt Sarholz in dem Bild-Interview. Er warnt vor der Vorstellung, daß jeder, der mit der Bundeswehr zu tun gehabt hätte, die westlichen Werte teilt.

In Afghanistan herrscht weiter eine von Stämmen und Clans geprägte Kultur: Dort sei der Einzelne nicht überlebensfähig, was besonders für Frauen gelte. Diese Kultur des Zusammenhalts sei eine völlig andere „als wir uns vom bequemen deutschen Sessel aus vorstellen können“, weiß Sarholz aus Erfahrung. Der Bundeswehr-Einsatz habe daran auch nach zwei Jahrzehnten nicht ändern können.

Er gibt zu, daß der Westen bei seinem 20-jährigen Einsatz in Afghanistan „nur eine hauchdünne Oberschicht erreicht“ hat und es nicht gelungen ist, tiefer in die breiten gesellschaftlichen Schichten einzudringen. Auch er sei anfangs etwas blauäugig gewesen und begründet das mit der Situation von 1945 in Deutschland. Da „uns Deutschen“ nach 1945 auch geholfen wurde, sei es  jetzt „unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit, auch in einem anderen Staat, in einer anderen Gesellschaft unseren Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu leisten“, findet der Oberst a.D. etwas naiv, denn damals prallten nicht zwei vollkommen unterschiedliche Kulturen und Wertvorstellungen aufeinander. (MS)

Für Sarholz, der 2005/06 in Afghanistan diente, ist klar: „Das wir denjenigen helfen müssen, die wirklich mit uns auf dem Gefechtsfeld waren, die wirklich den Kopf für uns hingehalten haben, da gibt es überhaupt keine Diskussion! Und natürlich auch ihren Familien.“