Wut über „Versuchskaninchen“: Scholz jetzt bei den Querdenkern verortet

Versuchskaninchen oder Laborratte, das ist hier die Frage (Foto: Imago)

Er hat „Versuchskaninchen“ gesagt! Deutsche Politiker quer durch alle Parteien sind empört über den Kanzlerkandidaten. Der hatte es gewagt, bei einer Veranstaltung das Unwort in den Mund zu nehmen. Nun drücken seine Kollegen ihn ins Querdenker-Lager und behaupten sogar dreist, die Impfstoffe mit fehlenden Langzeitstudien benötigten keine weiteren Tests mehr, da sie von der Impfkommission empfohlen wurden. 

Impfkampagnen, Werbung, Propaganda. Seit Monaten ist sich die Politik nicht zu schade, den neuartigen Corona-Impfstoff zur neuen Währung und zur Bedingung für die Wiederherstellung der Grundrechte zu machen. Und dann kommt der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und spricht tatsächlich aus, was viele im Stillen denken: „50 Millionen sind jetzt zweimal geimpft. Wir waren ja alle die Versuchskaninchen für diejenigen, die bisher abgewartet haben. Deshalb sage ich als einer dieser 50 Millionen – es ist gut gegangen! Bitte macht mit“, so Scholz in mehreren Radiointerviews in der vergangenen Woche.

„Unverantwortlich“, tönt der untergehende CDU-Stern und Kanzlerkandidat Armin Laschet. „Bodenlos, falsch und unverantwortlich“, „eine Steilvorlage für Populisten“, nennt der Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei die Scholz-Ausssage. „So eine Wortwahl ist eine Steilvorlage für die, die mit Halb- und Unwahrheiten Vertrauen untergraben wollen“, gibt Gesundheitsminister Jens Spahn seinen Senf dazu und Linda Teuteberg (41), FDP-Innenexpertin und seine Konkurrentin in Potsdam, behauptet gegenüber der Bild-Zeitung gar: „Olaf Scholz bedient sich unnötig beim Vokabular der Querdenker und diskreditiert mit seiner Wortwahl ein ordentliches EU-Zulassungsverfahren für die Impfstoffe.“

Vollkommen verstiegen hat sich der 66-jährige Prof. Julian Nida-Rümelin, Ex-Staatsminister und Mitglied im Deutschen Ethikrat. Die Ständige Impfkommission habe „schon vor Monaten allen Erwachsenen empfohlen, sich impfen zu lassen…Insofern bedurfte es keiner weiteren Testpersonen – keiner ‚Versuchskaninchen‘ – mehr.

Noch weiter wagt sich der FDP-„Gesundheitsexperte“ Prof. Andrew Ullman (58) auf unbekanntes Terrain. „Selten zuvor wurden Impfstoffe so umfangreich getestet – bei Biontech an mehr als 40 000 und bei Moderna mehr als 30 000  Probanden, normal sind 10 000. Wir sind in einem reichen Land Innovationsnutznießer und keine Versuchskaninchen!“, so der „impfgeile“ Ullmann.

Das alle neuartigen Corona-Impfstoffe weiterhin nur eine Notfallzulassung besitzen, viele Geimpfte mit schwersten Nebenwirkungen zu kämpfen haben, es keine Studien über Langzeitfolgen gibt – geschenkt. Für diese verantwortlichen Politiker spielt das schon längst keine Rolle mehr. (MS)