Genossin Wagenknecht darf bleiben: Doch kein Parteiausschlussverfahren

Dr. Sahra Wagenknecht Mitglied des Deutschen Bundestages (Foto: Imago)

Die nordrhein-westfälische Landesschiedskommission der Partei DIE LINKE hat entschieden: Sarah Wagenknecht darf nicht aus der SED-Nachfolgepartei ausgeschlossen werden. 

Die beiden Anträge auf Parteiausschluss gegen Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin von DIE LINKE NRW zur Bundestagswahl, sind von der Landesschiedskommission einstimmig abgelehnt worden. „Wir sind froh, dass es eine Entscheidung in diesem wirklich unnötigen Verfahren gibt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei. Von der Entscheidung erwarte man sich nun Rückenwind für den restlichen Wahlkampf. Auch der Landesvorstand hatte befunden: Die Ausschlussanträge gegen Sahra Wagenknecht waren falsch und nicht gerechtfertigt.

Wagenknecht ist die Spitzenkandidatin für die Linkspartei in Nordrhein-Westfalen. Mit ihrem im April dieses Jahres veröffentlichten Buch „Die Selbstgerechten“ ist sie bei den Genossen auf massive Kritik gestoßen. Sie sprach darin von „Lifestyle-Linken“ und warf ihren Genossen vor, soziale Fragen aus den Augen verloren und mit Gender-, Klima- und Biolebensmittel-Debatten ihre traditionellen Wähler verprellt und in die Arme der AfD getrieben zu haben. Bereits vor der Veröffentlichung tobte der Shitstorm. Das Getöse kam indes nicht von rechts. Im Gegenteil. Der linke Berliner Kultursenator Klaus Lederer – mutmaßlich für die Stasi-reife Entlassung von Hubertus Knabe zuständig – äußerte sich in einem Interview, Wagenknecht habe sich in ihrem Buch die „falsche Baustelle“ ausgesucht. (SB)