Wiederkehr der „furchtbaren Mediziner“: Erste Ärzte verweigern Ungeimpften die Behandlung

2G in der Praxis (Foto:Imago/Lucas)

Alles schonmal dagewesen, und schneller zurück, als es noch vor Kurzem für möglich gehalten wurde: Die perverse Impf-Diskriminierungspolitik bringt wieder das Hässlichste im Menschen hervor – und wieder mal sind diejenigen Berufsgruppen ganz vorne mit dabei, die nicht nur mit ethischen Kernfragen berührt sind, sondern den Hippokratischen Eid geschworen haben: zu heilen ungeachtet der Herkunft, Identität oder Gruppenzugehörigkeit des Patienten. Darin, dieses eherne Prinzip mit vermeintlich „guten Gründen“ kreativ zu unterlaufen, sind manche Mediziner auch heute wieder, 80 Jahre später, einfallsreich.

Darum behandle ich nur noch Geimpfte„, brüstet sich der Nordstädter Palliativarzt Dr. Christian Albert heute in „Bild“ und zählt die nur vordergründig sinnmachenden Argumente für die 2G-Impfapartheid, die er für sein Wartezimmer definiert hat: „Meine Patienten und Mitarbeiter haben das Recht auf körperliche Unversehrtheit.“ Immerhin seien Ungeimpfte in der Minderheit, und „diese Minderheit terrorisiert die Mehrheit der Geimpften und ist unter Umständen dafür verantwortlich, dass wir Maßnahmen wie Schließungen von Schulen oder Maskenpflicht aufrechterhalten müssen.

Dass ein gestandener Akademiker und Medikus soviel geballten Unsinn verbreitet, an den er auch noch inbrünstig glaubt, ist einer gnadenlosen und genialen Propaganda geschuldet, die inzwischen anscheinend schon den Blick auf simpelste Offensichtlichkeiten verstellt: Dass Geimpfte ganz genauso, regional sogar noch stärker für die Verbreitung des Virus verantwortlich sind, und dass somit die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, rein rechnerisch von Geimpften – derer es inzwischen dreimal soviel gibt wie Ungeimpfte – eher ausgeht als von Ungeimpften. Und dass damit das Argument des „Schutzes“ und „Rechtes auf körperliche Unversehrtheit“ in sich zusammenfällt.

Sogar der eigenen Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen geht Alberts Kreuzzug gegen Ungeimpfte zu weit. Ihr Sprecher erklärt in „Bild“: „Unsere Ärzte haben eine Behandlungspflicht, dürfen keine Patienten vorausschauend ablehnen.“ Bedenklich ist es deshalb umso mehr, dass inzwischen noch weitere Mediziner ankündigten, dem widerwärtigen Beispiel Dr. Alberts zu folgen. Sollte es dazu kommen, müsse die KV „schlimmstenfalls den Disziplinarausschuss einschalten„, so der Sprecher. Das ist viel zu wenig: Solche Hetz-Ärzte dürften niemals mehr praktizieren dürfen.

Behandlungspflicht angemahnt

Denn Albert und seine gleichgesinnten Standeskollegen stellen sich – glasklar mainstreamverhetzt – mit ihrer Argumentation gegen eine angebliche Leugner- und Verweigererfront, die er anscheinend undifferenziert als Aluhüte, Gates-Paranoiker und Spinner betrachtet. Erkennbar hat Albert sich noch nie mit den plausiblen Argumenten der übergroßen vernünftigen, sachlichen Mehrheit jener auseinandergesetzt, die für sich aus persönlicher Abwägung eine Impfung ablehnen – sonst würde er nicht nur auf krude Thesen eines verschwindend kleinen Randsaums der Impfgegner eingehen: „Die Angst, dass mRNA-Impfstoffe wie BionTech oder Moderna unser Erbgut verändern können, ist absurd. Die mRNA geht vom Zellkern nach draußen, nie umgekehrt.

In der Tat, das ist wirklich mehr als absurd – bloß behauptet das auch, jenseits medial überhöhter Einzelstimmen, keiner ernsthaft. So wie auch nur eine absolute Minderheit „das Coronavirus leugnet“. Die erfolgreichen Idiotisierungsbemühungen der gesamten Kritiker, indem man sie in einen Topf vermeintlich unterscheidungslos geisteskrank-gefährlicher Hildmann-Konsorten steckt, hat hier anscheinend voll gefruchtet.

Zur Erinnerung für Dr. Albert und seine verirrten Standeskollegen: Die meisten, die für sich eine Entscheidung gegen die Impfung treffen, tun dies – in absteigender Reihenfolge – aus folgenden Gründen: 1. der experimentelle Charakter der Vakzine, deren langfristige Verträglichkeit niemand kennt; 2. die Impfung bietet offensichtlich weder Fremd- noch Eigenschutz, schützt nicht vor Übertragung und hält nicht lange an; 3. das Risiko von Nebenwirkungen, selbst wenn es statistisch so gering ist wie offiziell behauptet (woran erhebliche Zweifel bestehen), ist in den unteren Altersstufen bedeutend höher als das eines schweren Covid-Verlaufs.

Ignorierte gute Gründe der Impfgegner

Ganz abgesehen davon, dass eigentlich gar keine persönliche Begründung gegeben werden müsste und dürfte, für die doch so „freie“ Impfentscheidung: Wer trotz dieser mehr als legitimen Einwände mit totalitären und faschistischen Maßnahmen, denen es schon an der sachlichen Grundlage fehlt, Menschen diskriminiert, die sich einer Erpressung widersetzen: Der hat nicht nur seinen ärztlichen Beruf verfehlt. Sondern er bewegt sich in den Fusstapfen früherer Ärztegenerationen, die – übrigens aus ganz ähnlichen, damals wohlmeinenden Überzeugungen – eine Patientenselektion vornahmen.

In seinem Buch „Furchtbare Ärzte“ schreibt der Arzt und Medizinhistoriker Till Bastian, wie es so einfach zur Nichtbehandlung jüdischer Patienten durch ihre eigenen Hausärzte, die Behandlungsverweigerung von Juden in deutschen Krankenhäusern kommen konnte: „Viele deutsche Ärzte haben sich im Ersten Weltkrieg bereits an energisches ,Durchgreifen‘ und Missachtung der Patientenrechte gewöhnt, schon lange vor 1933 den späteren nationalsozialistischen Herrschern bereitwillig, ja begeistert angedient.“ Das Konzept der „Volksschädlinge“ griffen viele dann, wie die übergroße „Mehrheitgesellschaft„, als notwendige und zutiefst sinnmachende Trennung proaktiv auf.

Heute ist es nicht mehr Rassen-, sondern Gesundheitswahn; nicht mehr die Zugehörigkeit zu einer vermeintlich schmarotzenden, kulturzersetzenden und geheimbündlerischen, sondern eben einer „ungeimpften“ scheinbaren Gefährdergruppe, mit der die Ausgrenzung und schleichende Entrechtung betrieben wird. Auch wenn der Staat – zumindest noch – diese Segregation noch nicht in physischer Verfolgung betreibt (obwohl dazu viele in vorauseilendem Gehorsam sofort Gewehr bei Fuß stünden).