Aufrechte Sachsen: Unternehmen droht impfunwilligen Mitarbeitern mit Versetzung – Kunden kündigen Verträge

Impfverweigerung (Symbolbild:Jouwatch)

Im sächsischen Bad Düben droht ein Unternehmen seinen Mitarbeitern mit Versetzung, sollten sie sich nicht impfen lassen. Es folgt zwar der erwartete „Shitsorm“, aber offenbar auch eine Welle der Solidarität mit den „Impfverweigerern“. Das Unternehmen verliert sogar Kunden. Die Sachsen machen sind halt anders als der Rest der Republik – und das ist gut so.

Das Schreiben der Geschäftsführung des Unternehmens „Bau- und Haustechnik Bad Düben“ machte im Internet schnell die Runde. Jeder der 350 Mitarbeiter, der sich der Impfung verweigert, muss mit seiner Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz mit weniger Kundenkontakt rechnen, heißt es dort laut Bild. Bei den aufrechten Sachsen kommt das gar nicht gut an: „Widerliches, faschistisches Schreiben“, „Ich hoffe auf Ihren baldigen Bankrott“, „1933 konnte nur durch Handlungen wie Ihre entstehen“, heißt es in E-Mails an das Unternehmen. Doch damit nicht genug, langjährige Kunden springen ab, kündigen ihre Verträge, die Konkurrenz wittert ihre Chance und wirbt das Personal ab.

Das Unternehmen, das seit mehr als 30 Jahren am Markt ist und erst 2017 einen eigens erbauten 1,8 Millionen Euro teure Bürokomplex bezogen hat, sieht sich mit seiner Zwangsmaßnahme im Recht, weil zwei „wichtige Mitarbeiter“ an Long-Covid leiden würden und rund 80 Kollegen in den vergangenen Monaten wegen Krankheit oder Quarantäne ausgefallen seien, so der Personalchef Falk Stolpe gegenüber Bild. Die Maßnahme soll dem Schutz von Kollegen und Kunden dienen. Die Firma leide zudem finanziell schwer unter den Corona-Ausfällen: „Für Lohnfortzahlungen bei Quarantäne gehen wir in Vorkasse. Für die Erstattungsanträge vom Februar haben wir erst am 2. September den Eingang quittiert bekommen. Für ein mittelständisches Unternehmen eine riesige Last“, jammert Stolpe.

Ob die Drohung rechtlich haltbar ist, darf bezweifelt werden: „Da es keine gesetzliche Impfpflicht gibt, ist der Arbeitgeber nicht dazu berechtigt, entsprechenden Druck auf seine Mitarbeiter aufzubauen und Ihnen für den Fall der Nichtvornahme mit Versetzungen zu drohen“, erklärt Rechtsanwältin Franziska Drescher von der „Kündigungsschutzkanzlei Fink & Partner“ (Leipzig) gegenüber Bild. Arbeitgeber dürften aber zwischen geimpften und ungeimpften Mitarbeitern unterscheiden, wenn es z. B. um die Nutzung von Gemeinschaftsbereichen wie der Kantine gehe, heißt es dort weiter.

So wie es aussieht, brauchen die bedrohten Impfunwilligen in Sachsen sich nicht groß um ihre Zukunft zu sorgen – es gibt auch andere Firmen und Kunden, die gerne mit ihnen zusammenarbeiten. (MS)

 

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Mohr
Mohr
12. September 2021 16:12

Long-Covid von einer Krankheit, die erst seit 1,5 Jahren auftritt. Was für Schwätzer.

altersblond
altersblond
12. September 2021 16:38
Reply to  Mohr

Mir reicht Long-Merkel, das haben wir seit 16 Jahren.