Ordnungsamt-Mitarbeiter verletzen Schüler schwer, weil er „Corona-Regeln“ missachtet

Nase gebrochen (Symbolbild: shutterstock.com7 Von sabza)
Nase gebrochen (Symbolbild: shutterstock.com7 Von sabza)

NRW/Hagen – Im Corona-Eifer vertrimmten zwei Ordnungsmitarbeiter einen Schüler und verletzten ihn schwer. Der Grund für den brutalen Übergriff: Der Jugendliche trug keine Maske. Nun mussten sich die beiden Corona-Vollstrecker – die offenbar immer noch ihren Job haben – vor Gericht verantworten. 

Schüler Alessandro S. begann im Januar in der Hagener Innenstadt zusammen mit Freunden das Corona-Verbrechen, sich ohne Maske aufzuhalten. Als die städtischen Corona-Kontrolleure auftauchten, gaben die Jugendlichen Fersengeld. Der 17-jährige Alessandro wurde jedoch von den Corona-Häschern eingeholt. Dann erfolgte der brutale Übergriff auf den Jugendlichen.

Ordnungsamtsmitarbeiter Angelo L. schlug laut der Bild-Zeitung Alessandro mit der Hand ins Gesicht: „Das ist dafür, dass ich laufen musste!“ Am Dienstwagen kam dann Schlägerkollege André S. zum Einsatz. Dieser hämmerte Alessandros Gesicht zweimal gegen das Auto: „Jetzt kannst du dich verpissen.“

Der Schüler musste mit einer gebrochenen Nase ins Krankenhaus eingewiesen und dort operiert werden. Eine weitere Operation wartet noch auf ihn. Auch scheint der Schüler an psychischen Folgen des Übergriffs zu leiden. „Opfer einer Gewalttat zu sein ist ein sehr einschneidendes Erlebnis, das monatelang das Leben negativ verändert. Umso dramatischer, wenn die Gewalt von ,Uniformträgern‘ ausgeht“, so Nebenklägervertreter Philippos Botsaris zur Bild.

Die beiden 51- und 43-jährige Mitarbeiter des Ordnungsamt mussten sich am vergangenen Freitag wegen Körperverletzung im Amt vor Gericht verantworten. Wie die Bild-Zeitung berichtet, haben sich die beiden Männer entschuldigt:  „Es war nicht meine Absicht. Es ist aus dem Ruder gelaufen“, so der städtische Corona-Schläger André S.. Das Verfahren wurde gegen eine Zahlung von 2000 Euro eingestellt.

Nur noch irre: Den beiden Brutalos scheinen keinerlei arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu drohen. (SB)