Fabrikschließungen dank Energiewende: Müssen KFZ-Schlosser demnächst Bettpfannen leeren?

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Wer hätte damit gerechnet: Also unmittelbare und unvermeidliche Folge der in Deutschland schon vor der nächsten grünen Regierungsübernahme eingeleiteten Energie- und „Mobilitätswende“ rechnen Wirtschaftsverbände nicht mehr nur mit Massenentlassungen, sondern ganzen Werks- und Fabrikschließungen. Ihre Zukunft sieht der eigene Verband in der Umschulung zu Altenpflegern.

Dass der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf, infolge des Abschieds vom Verbrennungsmotor damit rechnet, etliche Firmen – auch einige große Unternehmen – werden die Transformation „nicht schaffen“ (wie der Funktionär zur „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte), ist nicht überraschend.

Sehr wohl hingegen, was er den eigenen Belegschaften empfiehlt: „Wir müssen also den Menschen den Umstieg aus der Industrie in Bereiche ermöglichen, in denen Mangel herrscht: im Handwerk, in den Dienstleistungen, in der Pflege„, so der Gesamtmetall-Präsident. Denn der Strukturwandel wird nach Wolfs Worten auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben, die man nicht allein durch Fluktuation oder (Früh-)Verrentung regeln könne. Deshalb müsse man „…den Jüngeren, die keinen Arbeitsplatz in der Produktion mehr finden, klarmachen: Ihr müsst in andere Bereiche, ihr müsst auch Abstriche machen.“ Zum Beispiel im Pflegebereich.

Ideologisch kaputtgeschlagenes Erfolgsmodell

So etwas gibt es wohl nur in Deutschland: Die Schlüsselindustrie, die Wohlstand und Innovation fast ein Jahrhundert lang sicherte, wird abgewickelt und soll sich Richtung Altenpflege umorientieren – weil viele Firmen mit dem grünen Zeitgeist nicht schritthalten können oder wollen. Statt hiergegen auf die Barrikaden zu gehen, zieht die Wirtschaft selbst noch aktiv mit und gibt Tips zur Schadensbegrenzung;: Wer bislang nichts unternommen habe, könne auf den Zug kaum noch aufspringen, so Wolff.

Welche eine Entwicklung: Bislang gelten die gut 800.000 Arbeitsplätze bei den deutschen Autoherstellern und ihren Zulieferern als besonders auskömmlich bezahlt und gewerkschaftlich gut abgesichert. In den meisten Handwerks- und Dienstleistungsberufen liegen die Gehälter oft erheblich unter dem Niveau der Autobranche. Und ausgerechnet diese Spitzenbranche wird ohne jede Not politisch-ideologisch kaputtgeschlagen.

Ironische Fußnote: Wenn bald die Massenarbeitslosigkeit infolge der Energiewende top ausgebildete Experten der in Deutschland perfektionierten Verbrennungsmotorentechnik überflüssig macht, dann wird das Arbeitslosengeld derer, die nicht in den Pflegesektor umschulen, wenigstens aus demselben Steuertopf kommen, aus dem die Bundesregierung mit Milliardensubventionen die Tesla-Fabrik des zweitreichsten Menschen der Erde fördert… (DM)