Nicht nur Querdenker, auch Grüne dürfen „hängen“ bleiben

Werbeplakat Grüne (Symbolbild: shutterstock.com/ Von Cineberg)
Werbeplakat Grüne (Symbolbild: shutterstock.com/ Von Cineberg)

Doppelmoral „in progresso„, und das nicht nur zu Wahlkampfzeiten: Man kann über das Niveau eines Wahlkampfslogans „Hängt die Grünen“ streiten. In der Urheberschaft des rechtsradikalen „Dritten Wegs“ geäußert mag man dies mehr als abstoßend und geschmacklos finden. Doch im Meinungsstreit, erst recht im Bundestagswahlkampf, sind Plakate mit diesem Spruch zu dulden – so sah es nun in Chemnitz auch das Verwaltungsgericht, das der Stadt Zwickau das Abhängen entsprechender Plakate untersagte.

Jetzt ist der Empörungsaufschrei der Linksgrünen und ihrer mainstreammedialen journalistischen Unterstützerkolonne natürlich groß. Als Feigenblatt verdammen sie auch den ergänzen Richterspruch, die „Dritte-Weg„-Plakate müssten allerdings mindestens 100 Meter weit entfernt von Grünen-Plakaten hängen. CDU-Rampensau und „Linken-Verbindungsoffizier“ Ruprecht Polenz wütete auf Twitter: „Als ob es um eine zulässige Meinungsäußerung im Wahlkampf ginge und man nur die Streithähne mit 100m-Abstand zwischen den Plakaten trennen müsse. Was hätte das Gericht wohl zu Plakaten gesagt: ‚Hängt die Richter auf‘? Zulässig, nur nicht direkt vor dem Gericht?„.

Auch Grünen-„Wuchtbrumme“ Ricarda Lang tobte sich per Tweet aus und schrieb:

(Screenshot:Twitter)

Wenn es gegen sie selbst geht, dann sind die Grünen – die gegen andere, etwa die AfD, mit der Nazi- und Faschismuskeule sehr großzügig hantieren – auffallend dünnhäutig. Der Fall weckt Erinnerungen an das ironische Bonmot Mehmet Scholls von 1994Hängt die Grünen, solange es noch Bäume gibt„, wofür der damalige Bayern-Profi verurteilt wurde.

Natürlich ist die Erzürnung über solche „Gewaltaufrufe“ nur dann hoch bzw. wird überhaupt als solche wahrgenommen, wenn es gegen die Guten geht. Als die gänzlich unkomische „Satire“-Partei „Die Partei“, deren Funktionäre sich die Diäten in Echt- und nicht Spielgeld auszahlen lassen, kürzlich ganz ähnliche Plakate anschlagen ließ (in Paraphrasierung des Slogans „Hier könnte ein Nazi hängen„), wie auf dem nachstehenden Foto etwa in Flensburg:

(Foto:Jouwatch)

…da durften diese nicht nur ungehindert prangen bleiben, sondern hier war dann auch kein Widerwort von Polenz oder Lang zu hören. Warum wohl: Querdenker sind ja bekanntlich „Abschaum“ oder „gemeingefährlich“, während Grüne zu den Lichtgestalten von Demokratie und Menschlichkeit gehören. (DM)