Corona-Ärzte: Sollen die Ungeimpften doch elendig an Krebs krepieren

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Kein schlechter Scherz: Auf ihrem Jahreskongress in Leipzig fragen sich die Magen-Darm-Ärzte allen Ernstes, ob sie Vorsorgeuntersuchungen wie Darmspeigelungen nur noch für die 2G- oder 3G-Truppe anbieten wollen.

Angesichts der „anrollenden Delta-Welle“ und der stagnierenden Impfbereitschaft denken die Fachärzte nicht an ihre Patienten, sondern an das Corona-Risiko für ihre Mitarbeiter und sich selbst: „Mir ist bewusst, dass dieses Thema ein ganz heißes Eisen ist und kontrovers diskutiert wird“, so die Sprecherin der Ärzteschaft und Privat-Dozentin Dr. Katja Klugewitz gegenüber der Welt. Sie selbst und einige Kollegen würden angesichts des Risikos, das von Ungeimpften oder gar Ungerüsteten ausgehe, bereits die 3-G-Regel anwenden, um sich und ihr Praxispersonl zu schützen.

Wer in Zukunft zur Darmkrebsvorsorge oder anderen medizinischen Problemen zum Magen-Darm-Spezialisten gehen möchte, dem könnte die Tür verschlossen und er mit seinem Krebsrisiko alleine bleiben.

„Die überwiegende Anzahl der Patienten und Patientinnen, die in unsere Magen-Darm-Arzt-Praxen kommen, sind keine Notfälle. Sie kommen zur endoskopischen Abklärung von Verdauungsbeschwerden, zur Behandlung chronischer Beschwerden oder zur Darmkrebsvorsorge“, begründet Katja Klugewitz ihren Standpunkt und hofft auf eine lebhafte Diskussion. Da nur ein geringer Teil der Untersuchungen „dringend erforderlich“ sei, könne man schon von den Patienten erwarten, „daß sie ihren Anteil zur Sicherheit in Arztpraxen beitragen“, findet die Fachfrau. „Eine Impfung im Vorfeld erscheint mir durchaus zumutbar“, stellt Klugewitz im Welt-Interview klar.

Es sei zwar die Entscheidung des einzelnen Arztes, jedoch aber auch an der Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, so Klugewitz, die nicht davon ausgeht, dass der Verband – zum jetzigen Zeitpunkt – eine allgemeine Empfehlung herausgebe. (MS)