„Grüner Pass“ wird Pflicht: Impfzwang in Italien – Impfprämie in Deutschland

Impfen oder Tod? (Symbolfoto: Von Supermop/Shutterstock)

Noch härter als Frankreich geht Italien in Sachen Corona vor. Dort müssen alle Arbeitnehmer ab kommendem Monat ihren „grünen Pass“ vorzeigen, wenn sie ihrer Tätigkeit nachgehen wollen.

Ab 15. Oktober gilt in Italien: Alle Arbeitnehmer im öffentlichen wie im privaten Bereich müssen nachweisen, daß sie geimpft oder negativ getestet sind. Für die Tests gilt offenbar eine 48 Stunden Frist. Wer nicht mitmacht, dem drohen Sanktionen, wie die Welt berichtet.

„Wir dehnen die Verpflichtung zum ‚grünen Pass‘ auf die gesamte Arbeitswelt aus, sowohl auf den öffentlichen als auch auf den privaten Sektor“, verkündete Gesundheitsminister Roberto Speranza am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz. „Wir tun dies im Wesentlichen aus zwei Gründen: um diese Orte sicherer zu machen und um unsere Impfkampagne zu stärken“, behauptet Speranza.

Der „grüne Pass“ zeigt an, ob der Besitzer eine Corona-Impfung, einen 48 Stunden alten Test oder zeitnah eine Lungenkrankheit überstanden hat. Schon jetzt darf nur der die Innenräume von Restaurants, Kinos oder Sportstadien, Intercity-Zügen, Bussen und Inlandsflieger betreten, der den Corona-Ausweis vorzeigen kann.

In Frankreich sind rund 3000 Angestellten im Gesundheitswesen suspendiert worden. Sie hätten bis Mittwoch nicht den erforderlichen Impfnachweis vorgelegt, erklärte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag. Véran zeigt sich jedoch zuversichtlich: Er ist davon überzeugt, daß die Angestellten, die in den Bereichen wie Wäscherei und Küche arbeiten, dem Druck nachgeben und die Zwangsimpfung doch noch über sich ergehen lassen.

In Deutschland setzt man noch auf Zuckerbrot und Peitsche und tut „zwanglos“. Jetzt soll jeder, der sich den „kleinen Piks“ geben läßt 50 Euro „vom Staat“ erhalten, fordert die Bild. Das Blatt berichtet euphorisch von einem bayerischen Edeka-und Bäckerei- Betreiber, der seinen Mitarbeitern mit einer Geld-Prämie die Impfung schmackhaft machen will. Der 32-Jährige Chef von 170 Angestellten, zahlt Voll- und Teilzeitmitarbeiter 200 Euro netto, wie die Bild in Großbuchstaben unterstreicht, Minijobber dürfen sich über immerhin 25 Euro freuen. Die „Belohnung“ kostet den linientreuen Arbeitgeber „mindestens 40.000 Euro“, so Bild, die das zum Anlass nimmt, locker einen „Impf-Fuffi vom Staat“ zu fordern.

Auch Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei findet die Bild-Idee ganz toll: „Wenn sich durch eine Prämie die Impfquote deutlich erhöhen lässt, ist ihr gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Nutzen um ein Vielfaches größer: Sie rettet Leben, führt zu mehr Freiheit und würde sich auch rasch wirtschaftlich rechnen“, schwafelt er. FDP-Mann Wieland Schinnenburg fordert „eine Impfprämie von 50 Euro nur für künftige Impfungen“ und Wirtschaftsexperte Prof. Jan Schnellenbach von der TU Cottbus kann sich sogar  Impf-Prämien von bis zu 300 Euro vorstellen.

Sie alle halten Leser wie Bürger offenbar für komplett verblödet: Der „Steuerzahler“-Impfling erhält genau den 50 Euro-Schein als „Prämie“, den er vorher dem Finanzamt überreichen musste. Ein Null-Summen-Spiel. (MS)