Linkes Ding: „Aktion Deutschland Hilft“ lehnt Spende von Heckler & Koch ab

Ethisch korrektes Klügel (Bild: IMAGO / IPON)
Ethisch korrektes Klügel (Bild: IMAGO / IPON)

Der Waffenhersteller Heckler & Koch GmbH aus Oberndorf am Neckar wollte den Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal helfen und überwies der Aktion Deutschland Hilft e.V. dafür 15.000 Euro. Der Spender hatte jedoch nicht mit der politischen Korrektheit des Vereins gerechnet. Denn der will aufgrund seiner „ethischen Leitlinien“ das Geld nicht annehmen. Ethisch korrekt müssen die Flutopfer nun „dank“ der Gesinnungsethiker auf das Geld verzichten.

„Aktion Deutschland Hilft e. V. – Bündnis deutscher Hilfsorganisationen“ mit Sitz in Bonn ist ein Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen für Katastrophenhilfe. Ziel ist es, Kräfte zu bündeln und so schneller und wirkungsvoller zu helfen, sowie im Katastrophenfall Spendengelder gemeinsam einzuwerben“. So heißt es im Vereinszweck der Katastrophenhelfer.

Spendengelder in Höhe von 15.000 Euro wurden den Spendensammlern Ende August vom Waffenhersteller Heckler & Koch auf Konto überwiesen, um damit die Not der Flutopfer im Ahrtal etwas zu lindern. Jedoch: Der politisch hochkorrekte Verein lehnte die Spende laut einem, von Heckler & Koch am Dienstag publizierten Schreiben ab. In dem Schreiben – unterschrieben von Bodo Koch, Björn Krönert und Manfred Haag – heißt es, die Nicht-Annahme des Geldes setze nicht nur die Mitarbeiter von Heckler & Koch herab, „sondern auch die Sicherheitskräfte Deutschlands, der EU und der Nato, die täglich unsere Produkte benutzen“. So seien HK-Waffen etwa für Evakuierungen aus Kabul wichtig gewesen. Im Export beliefere man nur Deutschlands Bündnispartner. Ohne Genehmigung der Bundesregierung verlasse kein einzige Waffe das Haus.

Auf der Facebookseite des Bessermenschenvereins – Schirmherr ist Ex-Bundespräsident Horst Köhler, den Kuratoriumsvorsitzenden gibt seine Herrlichkeit, SPD-Außenminister Heiko Maas –  wird die maßlose  Überheblichkeit wie folgt gerechtfertigt:

Für Nichtregierungsorganisationen ist die Entscheidung über die Annahme einer Spende immer auch eine ethische Frage. Die Annahme von Geldern darf in keinem Widerspruch zu unserem Auftrag stehen, der – geleitet von humanitären Prinzipien, unabhängig und neutral – die Hilfe und den Schutz von Menschen in den Mittelpunkt stellt, die durch Krisen und Katastrophen in Not geraten sind. Vor dem Hintergrund können wir als Zusammenschluss von Hilfsorganisationen, die weltweit humanitäre Hilfe zunehmend auch in Ländern mit bewaffneten Konflikten leisten, nicht vorbehaltlos das Geld eines Unternehmens annehmen, dessen Waffen auch in diesen Kriegen zum Einsatz kommen und humanitäre Not verursachen.

Natürlich erkennen wir an, dass Produkte eines Rüstungsunternehmens auch etwa zur Sicherung der Rechtstaatlichkeit beitragen, allerdings ist das in einer Spende nicht zu differenzieren. Ebenso wenig bezweifeln wir, dass Heckler&Koch im Einklang mit der Bundesregierung handelt – aus humanitärer Sicht verändert das aber nicht die Rolle, die Waffen in Kriegen und Konflikten spielen.
Letztlich konnte Heckler&Koch ihre Spende über eine andere Organisation der Hochwasser-HIlfe zukommenlassen.“

Im Kommentarbereich scheint die „ethische“ Entscheidung von Aktion Deutschland Hilft e.V. ebenso schlecht anzukommen, wie mutmaßlich bei den Adressaten der Spende, die nun ethisch korrekt auf finanzielle Hilfe verzichten müssen.

„Ich wollte tatsächlich heute eine größere Summe spenden… Gerade noch rechtzeitig erfahren, was Ihr für ein Haufen seid. Unfassbar“

„By the way… ihr solltet euch von den Personen trennen die solche Entscheidungen treffen oder alternativ das Wort „Deutschland“ aus eurem Namen entfernen. Das war eine Entscheidung die mit Sicherheit von der absoluten Mehrheit der Spender nicht geteilt wird.“

„Was für ein armseeliger Verein seid ihr doch Aktion Deutschland Hilft mit eurem arrogantem Verhalten schadet ihr den Menschen in Deutschland und vor allem den Flutopfern. Mit der Aktionhabt ihr in Zukunft keine Spende meinerseits mehr zu erwarten, werde dies einer anderen Organisation zukommen lassen. Wenn ein Ausrüster der Sicherheitskräfte dermassen vor den Kopf gestoßen wird solltet ihr das Deutschland aus euren Namen streichen!“

„Nachdem ihr die Spende von Heckler & Koch sowie deren Mitarbeitern hochmütig abgelehnt habt, werdet ihr von mir garantiert keinen Cent mehr kriegen. Vielleicht solltet ihr euch daran erinnern, was euer Job und eure Existenzberechtigung ist. Jedenfalls nicht der, sich ideologisch und moralisch selbst zu erhöhen und über die Köpfe z.B. der Flutopfer hinweg solche Entscheidungen zu treffen.“

„Aus ethischen Gründen kann und werde ich diesen heuchlerischen, doppelmoralischen Verein keinen einzigen Cent zukommen lassen! Ich bin moralisch betroffen, in doppeltem Sinne! Zum Glück gibt es andere, transparenter Organisationen ohne verlogene Doppelmoral!“

„Meine Ethik verbietet es mir an solche Lobbyisten Vereine zu spenden.“

usw. usw. usw. (SB)