Gotteslästerei: Wahlwerbung für die Grünen an Beelitzer Kirche

Das kann passieren, wenn man grüne Werbung an heiliger Stätte erlaubt (Symbolfoto: Von Cory Seamer/Shutterstock)

Nichts ist mehr heilig: Der Beelitzer Pfarrer Olaf Prelwitz betätigt sich als fleißiges Wahlhelferlein für die Grünen, missbrauchte die Stadtpfarrkirche der Gemeinde für seine Grünenpropaganda, indem er eigenmächtig am Kirchturm ein Grünenwerbebanner flattern ließ.

Der evangelische Pfarrer Olaf Prelwitz kümmert sich in der Gemeinde Beelitz nahe Potsdam nicht nur um das Seelenheil seiner Schäfchen. Auch der Wahlerfolg der Grünen scheint dem Gottesmann am Herzen zu liegen.

Wie Die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (MAZ) hinter der Bezahlschranke berichtet, hisste Prelwitz ein Wahlbanner der Grünen am Turm der ihm anvertrauten Stadtpfarrkirche in Beelitz. Etwa vier Stunden hing die kirchliche Wahlkampfhilfe dort, bevor das grüne Werbebanner wieder eingeholt wurde.

Auf der Internetseite des Ortsverbands der Grünen ist zu lesen, dass fünf Mitglieder Pfarrer Prelwitz angeboten hatten, das Banner aufzuhängen, und dieser habe „nach der Abstimmung über einen kleinen Kompromiss auf dem Plakat“ zugestimmt. Der Kompromiss bestand darin, das Wahlkampf-Motto der Partei „Bereit, weil ihr es seid“ abzuschneiden.

Screenshot: Twitter/ OV-B90/Grüne-Beelitz
Screenshot: Twitter/ OV-B90/Grüne-Beelitz

Überhaupt, so Prelwitz zum Hintergrund der Banneraktion, sei er wegen des Themas Klimaschutz auf die Grünen gekommen. Er hätte zu diesem Thema einen Gottesdienst veranstalten wollen und dazu nach einem großen Banner für den Kirchturm Ausschau gehalten. Dabei sei er ganz zufällig auf die Partei Bündnis90/Die Grünen gestoßen.

Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg, Siegfried-Thomas Wisch von der MAZ zu der Werbeaktion seines Pfarrer befragt, will darin zuerst keine explizite Parteienwerbung erkannt haben. Nach der Besichtigung des Banners habe er sich aber weitere Wahlplakate von den Grünen angeschaut und gemerkt, dass es sich bei dem Banner doch um Wahlwerbung handle, da beispielsweise das Grünen-Logo – die Sonnenblume auf grünem Grund – klar erkennbar gewesen sei.

Laut Wisch haben, nachdem der MAZ-Artikel veröffentlicht wurde, Gemeindemitglieder ihm gegenüber angedroht, aus der Kirche auszutreten. Der Kirchenfunktionär beteuerte gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, dass nun die Missverständnisse weitestgehend ausräumt seien. Man habe zudem nie die Absicht gehabt, sich parteipolitisch zu äußern. Mit der Aussage, „die Kirche ist angehalten, parteipolitisch Zurückhaltung zu üben“, setzt Wisch dem ganzen Grünen noch die verlogene, evangelische Krone auf. Dass sein Verein, die evangelische Kirche, eine staatlich alimentierte Vorfeldorganisation der Grünen ist, ist landläufig bekannt. (SB)