Christen aus dem Iran: Zurückschicken oder behalten?

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Berlin – Bei den Asylanträgen wurde schon so viel gelogen und geschummelt, dass man für das Misstrauen der Beamten des BAMF Verständnis haben müsste. Allerdings gibt es viele Christen aus dem Iran, die tatsächlich verfolgt werden und Anspruch auf Asyl haben. Diese zurückzuschicken, bedeutet für viele den Tod. Eine heikle Angelegenheit.

Jetzt hat sich Ex-Unionsfraktionsvorsitzender Volker Kauder mit der Forderung nach einer Revision von Asyl-Entscheidungen betreffend schutzsuchenden Konvertiten aus dem Iran wieder zu Wort gemeldet. „Ich möchte der Bundesregierung wirklich raten, dass sie die Beurteilungsgrundlage des BAMF auf die tatsächliche reale Situation im Iran noch einmal überprüft“, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Welt“ (Dienstagausgabe). In einem an diesem Montag veröffentlichen Bericht des christlichen Hilfswerks „OpenDoors“ heißt es, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) immer wieder die Ernsthaftigkeit von Konversionen bezweifle und Abschiebebescheide erstelle, obwohl die Lage in den Heimatländern extrem gefährlich für die konvertierten Christen sein kann.

Nach Angaben der Organisation hatten mehr als 5.000 christliche Konvertiten über ihre Erfahrungen berichtet. Demnach käme es zudem oft vor, dass das BAMF Bescheinigungen über die Ernsthaftigkeit der Konversion von Asylbewerbern von Pfarrern und Pastoren in vielen Fällen nicht anerkenne. Mehr als 2.000 Menschen im Bericht sollen vom BAMF eine Ablehnung bekommen haben.

Das BAMF weist die Kritik zurück. Auf der „Welt“-Anfrage heißt es: „Das Bundesamt weist die im Bericht teilweise pauschal geäußerte Kritik an seiner Entscheidungspraxis zurück. Die Konversion eines Asylbewerbers / einer Asylbewerberin wird im Asylverfahren selbstverständlich und umfänglich berücksichtigt. Sie führt grundsätzlich zur Schutzgewährung, wenn dem Asylbewerber wegen seines Glaubensübertritts und seines ernsthaften Engagements für den neuen Glauben im Heimatland Verfolgung droht.“

Es gibt wirklich viele „Schein-Christen“ aus dem Iran, die hier ihr Glück versuchen wollen, es gibt aber auch immer wieder wahre Christen, die wir willkommen heißen müssten. Ein Problem, was sich wohl so nicht lösen lässt. (Mit Material von dts)