Zahl der Asylanträge steigt weiter und Türkei freut sich über weitere 150 Millionen Euro

Symbolfoto:Von gopixa/shutterstock

Die Europäischen Union hat weitere 149,6 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln für sogenannte syrische Flüchtlinge in der Türkei bewilligt. Die Millionen Euro werden aus dem „verbleibenden Spielraum des Haushalts 2021“ finanziert, heißt es. Gleichzeitig steigt die Zahl der Asylanträge, die in diesem Jahr in der EU gestellt wurden, um satte 115 Prozent. 

Die finanzielle Unterstützung wird das Mehrzweck-Bargeldhilfeprogramm erweitern, das monatliche Transfers für die am stärksten gefährdeten Flüchtlinge im Land vorsieht, so der Rat der Europäischen Union in einer Pressemitteilung, berichtet die türkische Seite Daily Sabah. Die Haushaltsänderung muss noch vom Europäischen Parlament genehmigt werden.

Das Programm, das offiziell als soziales Sicherheitsnetz für Notfälle bezeichnet wird, ist das größte humanitäre Programm in der Geschichte des Blocks, das bisher 1,8 Millionen sogenannten Flüchtlingen geholfen hat, den Grundbedarf an Miete, Rechnungen, Nahrungsmitteln und Medikamenten zu decken. Die Türkei ist das größte Aufnahmeland für syrische Flüchtlinge und bietet fast 4 Millionen Menschen Schutz, die aus dem Nachbarland geflohen sind. Geht es nach EU-Präsidentin Ursula von der Leyen, soll das 2016 mit der Türkei unterzeichnete Migrationsabkommen aktualisiert werden. „Es ist wichtig, dass wir die Türkei weiterhin unterstützen, mit 3,7 Millionen syrischen Flüchtlingen, die dort leben, einige von ihnen seit 10 Jahren“, erklärte die großzügige von der Leyen bei einem Besuch in Berlin vor Reportern.

In die gleiche Kerbe schlägt der deutsche Bundesaußenminister Heiko Maas, der die EU aufforderte, ihr Migrantenabkommen mit der Türkei zu erneuern und die Bedeutung weiterer Finanzierungen hervorhob: „Wir brauchen ein Update unserer Migrationskooperation mit der Türkei“, so Maas gegenüber der „Welt“.

Trotz der Millionentransfers in die Türkei steigt die Zahl der Asylanträge weiter. Im zweiten Quartal 2021 wurden 103895 Asylerstanträge in der EU registriert, so der fD-Europaparlamentarier Dr. Gunnar. Nach neuen Daten von Eurostat entspreche das einem Anstieg um 115 % gegenüber dem zweiten Quartal 2020 (48370).

„Unberücksichtigt in der Statistik sind alle Neugeborenen von Asylbewerbern, die in Deutschland mittlerweile über ein Drittel und bis zur Hälfte aller Asylbewerber ausmachen. Sie stellen in Deutschland damit bei weitem die größte, Jahr auf Jahr wachsende Gruppe der Asylantragsteller. Danach sind Syrer die zweitgrößte Gruppe von Asylsuchenden (20 % bzw. 20640 Anträge), gefolgt von Afghanen (13 % bzw. 13860 Antragsteller) und Pakistanis (4 % bzw. 4430 Antragsteller), ein Anstieg von 148 % bzw. 216 % und 183 % gegenüber dem zweiten Quartal 2020. Die Zahl der Anträge von Syrern und Afghanen hat jetzt das Niveau vor der Corona-Krise um 28 % bzw. 38 % überschritten. Die Geburtenrate von Asylbewerbern ist um ein Vielfaches höher als die der überbesteuerten einheimischen Bevölkerung, besonders im Lohnabgabenweltmeisterland Deutschland.

Die höchste Zahl an Asylerstantragstellern im zweiten Quartal 2021 wurde in Deutschland registriert: 29.545 Anträge bzw. knapp 30 %. Frankreich und Deutschland stellen zusammen die Hälfte aller Asylerstantragsteller in der EU. Deutschland bleibt ein besonders attraktives Ziel für asylsuchende unbegleitete Minderjährige: 610 Minderjährige haben in Deutschland einen Asylantrag gestellt, das sind über 17 % aller unbegleiteten Asylsuchenden in der EU. Laut Statistik des Bundesfamilienministeriums kostet ein unbegleiteter Minderjähriger den deutschen Staat bis zu 65.000 Euro pro Jahr. Diese Zahlen sind dramatisch“, findet der Wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Delegation im EU-Parlament Beck. (MS)