„Afghanistan-Flüchtlinge“: 90.000 Tadschiken leben in Deutschland – keiner will nach Tadschikistan

Auf, auf nach Deutschland, hier wird kaum einer kontrolliert (Foto: Durch Kiro Popov/Shutterstock)

Statt in ihren benachbarten Staat zu fliehen, reisen afghanische Tadschiken lieber ins weit entfernte Deutschland. Inzwischen sind es 90.000, die es sich hier bequem gemacht haben. Hier winkt das rundum-Vollversorgungspaket auf Lebenszeit. Einmal angekommen, droht angesichts der Situation in Afghanistan niemandem die Abschiebung.

Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gaben fast 90.000 der seit 2015 bis Juli 2021 eingereisten afghanischen Asylbewerber an, zur tadschikischen Volksgruppe zu gehören. Sie sind die zweitgrößte Ethnie in Afghanistan. Und sie alle suchen – dank der deutschen Migrationspolitik – lieber Schutz in Deutschland als im angrenzenden Tadschikistan.

Die Versorgung von Flüchtlingen in den Nachbarländern zerfallender Staaten verursachen weniger Kosten als beispielsweise in Deutschland, wo der Aufenthalt eines Asylbewerbers an den westlichen Lebensstandard angepasst ist, stellt die Welt fest. Einmal im Land wird der Asylbewerber, ob anerkannt oder abgelehnt, mit 1000 Euro Steuergeld alimentiert, sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kosten den Steuerzahler sogar mehr 4000 Euro pro Monat.

Bei der Welt zeigt man Verständnis für die Situation, da „die Nachbarstaaten der Fluchtländer in der Regel relativ arm sind und trotz der geografischen, religiösen und kulturellen Nähe zu den Flüchtlingen die Aufnahme verweigern.“

Ronny Heine, Regionalbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung für Zentralasien, geht davon aus, dass „für den Lebensunterhalt eines Flüchtlings, ausgehend vom offiziellen Existenzminimum des Landes, mindestens 200 US-Dollar pro Monat benötigt werden“.

Mit dem Geld, was Deutschland aufwendet, um afghanische Asylbewerber zu versorgen, könnten in Tadschikistan ein Vielfaches an sogenannten Flüchtlingen versorgt werden. Doch materielle Sorgen und Sicherheitsbedenken der tadschikischen Regierung, die fürchtet, daß sich gewaltbereite Islamisten unter den Flüchtlingen befinden, seien der Grund für die geringe Aufnahmebereitschaft, meint die Welt.

Selbst Bundesaußenminister Heiko Maas scheiterte bei seiner jüngsten Reise in die afghanischen Anrainerstaaten mit dem Versuch, dort die deutsche „Refugee-Welcome“-Kultur zu stärken. Laut „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ habe ihm der tadschikische Autokrat Emomali Rahmon nur seinen „Wunschzettel für Entwicklungsprojekte und anderes“ mitgegeben und sei nicht auf den Wunsch von Maas eingegangen, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. (MS)