Sachsen-CDU: Ostbeauftragter Wanderwitz soll arbeiten gehen!

Marco Wanderwitz (Foto: Imago)

Der Parteisoldat Marco Wanderwitz beschimpfte und beleidigte in seiner Funktion als „Ostbeauftragter“ Merkels die ostdeutschen Bürger wegen ihrer AfD-Affinität. Die Quittung für seine Unverschämtheiten erhielt er am Sonntag. Das Direktmandat ging an die AfD. Trotzdem konnte sich der „wandernde Witz“ in den Bundestag retten. Stimmen bei den CDU-Losern fordern nun: Er solle eine Pause einlegen und statt dem Bundestag anzugehören, den Weg in die arbeitende Bevölkerung vorziehen.

In unerträglichem Maße beleidigte Merkels „Ostbeauftragter“, der stramme Parteisoldat Marco Wanderwitz, die Bürger im Osten des Landes. Mai 2021 äußerte er sich im FAZ-Podcast in Bezug auf Ostdeutsche: „Wir haben es mit Menschen zu tun, die teilweise in einer Form diktatursozialisiert sind, dass sie auch nach dreißig Jahren nicht in der Demokratie angekommen sind.“ Ein Teil der (ostdeutschen) Bevölkerung habe „gefestigte nichtdemokratische Ansichten“. Nur ein geringer Teil der AfD-Wähler sei „potentiell rückholbar“, man könne darum nur „auf die nächste Generation“ hoffen.

Die Quittung für seine Unverschämtheiten, für die unerträgliche Diffamierung bekam Wanderwitz samt seiner Partei dann am Wahlsonntag: Sein Direktmandat im Wahlkreis Chemnitz/Erzgebirge ging ausgerechnet an einen AfD-Konkurrenten. Die AfD wurde die stärkste politische Kraft in Wanderwitz´ „Wirkungsgebiet“. Dennoch konnte sich der Ost-Basher Wanderwitz in den Bundestag retten. Über die Landesliste zieht der CDU-Funktionär ins Parlament ein und lässt sich dort auch von jenen Bürgern, die er als „Nichdemokraten“ bezeichnete, finanzieren.

Wanderwitz scheint nun einer der Ersten zu sein, die von den eigenen Parteikollegen geopfert werden sollen. In der Sachsen-CDU macht man den „streitbaren Westsachsen“ – so die Lobhudelei der AfD-hassenden Bildzeitung – mitverantwortlich für die Wahlschlappe vom Sonntag.

So verlangt der sächsische Freiberger CDU-Politiker Steve Johannes Ittershagen, bis 2019 u.a. im Fraktionsvorstand der CDU-Landtagsfraktion, dass Wanderwitz in die „Wüste“, sprich in die Arbeitswelt, geschickt wird. Auf Facebook schreibt Ittershagen:

„Herr Wanderwitz ist in meinen Augen in mehrfacher Hinsicht krachend gescheitert. Als Spitzenkandidat der sächsischen Union und (und dies wiegt ungleich schwerer) als Ostbeauftragter der Bundesregierung“, poltert Ittershagen. Viele Ostdeutsche fühlten sich von Wanderwitz‘ Äußerungen diskreditiert. Das sei im übrigen „symptomatisch für die gesamte noch amtierende Bundesregierung.“

 

Wanderwitz indes gibt ganz den von seiner Sache überzeugten CDUler: Beim öffentlich-rechtlichen Format Panorama sagte er, er habe nicht das Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben. Das sieht der Wahlpleitenoberboss, CDU-Ministerpräsident Kretschmer, anders und machte seinen Parteikollegen Wanderwitz für die Wahlpleite in Sachsen verantwortlich. Der LVZ sagte der gescheiterte Regierungschef, es hätten „sich Menschen von Herrn Wanderwitz stigmatisiert und angegriffen gefühlt“.

Zu Kretschmers „Schwarze Peter“-Spiel erklärt der AfD-Generalsekretär, Jan Zwerg: „Es ist erbärmlich von Herrn Kretschmer, seine Verantwortung für die krachende CDU-Wahlniederlage abzuwälzen. In Wahrheit agierten er und Herr Wanderwitz wie siamesische Zwillinge. Der Ostbeauftragte beschimpfte monatelang die Ostdeutschen als ‚diktatursozialisiert‘ und potentiell rechtsradikal. Nie ist Kretschmer eingeschritten und hat sich schützend vor die Sachsen gestellt. Sein Vorgänger Tillich war nach der Wahlniederlage 2017 noch bereit, die Verantwortung für sein Scheitern zu übernehmen. Damals stürzte die CDU von 42,6 auf 26,9 Prozent ab. Unter Kretschmer holte die CDU nur noch 17,2 Prozent. Er bleibt allerdings auf seinem Stuhl kleben und will nun anderen das Versagen in die Schuhe schieben. Dieses Verhalten ist unwürdig für einen Ministerpräsidenten.“ (SB)