Na, was ist das für ein Gefühl? ARD-Team von Pressekonferenz in Tschechien ausgeschlossen

Wut (Bild: shutterstock.com/Von MagicMore)
Wut (Bild: shutterstock.com/Von MagicMore)

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk – konkret Reporter der ARD – wurden in Tschechien von einer politischen Pressekonferenz ausgeschlossen. Der Grund: Der Sender stand auf einer Liste mit Medien, die nicht zugelassen wurden. Die Entrüstung beim Zwanggebührensender ist maximal. Denn dort herrscht die Meinung, dass jeder den Kaderjournalismus von ARD und Co. dulden muss.

Die ARD wurde in Tschechien von einer Pressekonferenz aus Kapazitätsgründen ausgeschlossen. Bei dem Termin sprachen der tschechische Premierminister Andrej Babis und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán.

Wutschäumend protestierte der Senderverbund und sieht die „Presse- und Rundfunkfreiheit “ dem Untergang geweiht. „Presse- und Rundfunkfreiheit sind ein Fundament der Demokratie, dazu gehört der ungehinderte Zugang zu Informationen und Pressekonferenzen“, so der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow und MDR-Intendantin Karola Wille aufgeregt in einem Statement. Der MDR ist in der ARD federführend zuständig für Tschechien und das ARD-Studio Prag. Man beobachte wieder einmal „mit wachsender Sorge“ die Entwicklung der Medienfreiheitsrechte in den unmittelbaren Nachbarländern, so Wille, die sich mit Totalitarismen bestens auskennen dürfte. Zu DDR-Zeiten verfasste sie emsig juristische Aufsätze zum Klassenkampf.

Keinerlei Kritik, keinerlei Sorge um die angebliche Presse- und Rundfunkfreiheit war von den beiden ÖR-Funktionären indes zu hören, als Youtube vor ein paar Tagen den Sender RT Deutsch wegen angeblicher „Verbreitung von Falschinformationen über die Coronavirus-Pandemie“ sperrte. Auch der Verein, der unter dem Namen „Deutscher Presserat“ firmiert, fand es bislang nicht der Mühe wert, sich zur Sperrung zu äußern. Die Bundesregierung betont immer noch eifrig, mit der Entscheidung von YouTube gegen RT Deutsch nichts zu tun zu haben.

Die elitären ARD-Journalisten des öffentlich-rechtlichen deutschen Staatsfunkers waren indes nicht die Einzigen, die nicht zugelassen wurden. Auch Reporter von Die Zeit und Le Monde erhielten keine Akkreditierung. Über Medien, die an dem Termin teilnahmen, war dann – ganz im ARD-Stil – dann doch etwas über die „EU-feindliche Rhetorik im Stile Orbáns“ zu erfahren, die Babis im Vorfeld der anstehenden tschechischen Parlamentswahlen im Oktober verbreitet haben soll.

In den sozialen Medien scheint man keinerlei Sorge um die angeblich gefährdete Presse- und Rundfunkfreiheit zu haben:

“ Herr Burow meint das wäre undemokratisch. Wenn man aber davon überzeugt ist, wie auch ein sehr großer Teil der dt. Bevölkerung, daß es sich beim ÖRR um einen „Standard“ handelt u dieser zu tendenziös ist hat man das Recht solche raus zu halten. Ich würde definitiv einen Herrn Burow u seinen z.B. “ Umweltsauchor“ nicht in meine Wohnung lassen. Respektlose Haltungsjournalisten haben halt auch Probleme.“

„Ich entscheide auch wen ich zu Hause rein lasse. Wenn ich schon vorher weis, das derjenige Ärger macht – bleibt er draussen. Ich würde Reporter des Spiegel oder vom ARD auch nicht rein lassen.“

„in Ordnung, wenn man den ÖR Fersehanstalten mal die Tür vor der Nase zuschlägt, im Ausland hat man scheinbar auch schon bemerkt, dass alles was nicht linksgrün ist, von diesen Anstalten als negativ beurteilt wird. Nehme an, man wird das gegen die ÖR noch öfters praktizieren, vielleicht berichten sie irgendwann mal neutral, ohne Voreingenommenheit, das wäre auch hier im Inland angebracht. ARD und ZDF sind nicht der Nabel der welt, die der Meinung sind, sie hätten einen Belehrungs- und Erziehungsauftrag der Bürger.“

„Einen Kaderjournalismus mit dem einseitigen Bias, den auch Ulf Poschardt in der „Welt“ und im Gespräch beim DLF beklagt, will außerhalb Deutschlands verständlicherweise niemand.“ (SB)