Bilanz der Impfschäden (1)

Impfschäden (Bild: shutterstock.com/ Von Vaclav Sonnek)
Impfschäden (Bild: shutterstock.com/ Von Vaclav Sonnek)

„Wie man Ungeimpfte noch zur Impfung bewegen kann“ (Krone, 23. 9.) ist momentan die große Mission der Politiker und Meinungsmacher. Die Doktrin der „Herdenimmunität“, die verlangt, daß möglichst viele Menschen ungeachtet ihres tatsächlichen Covid-Risikos geimpft werden müssen, wird auch nicht ansatzweise in Frage gestellt. Eine Mischung aus Bestechung und Drohung, Zuckerbrot und Peitsche soll die dummen, feigen und rückständigen „Impfmuffel“ an die Nadel treiben.

Ein Beitrag von Martin Lichtmesz bei Sezession

Die Impfmissionare halten es dabei kaum mehr für nötig, ihre Ansicht zu kaschieren, daß die Ungeimpften und Impfunwilligen in ihren Augen eine Art Viehherde sind, die man nicht mehr argumentativ überzeugen, sondern mit allen möglichen Mittel vorantreiben muß – Angstmache, moralischer Druck, soziale Ausgrenzung, finanzielle Erpressung. Das Ergebnis ist, daß sich ein sehr großer Teil der Bevölkerung nicht aus medizinischen, sondern aus sozialen und wirtschaftlichen Erwägungen impfen läßt.

In einer einzigen Woche fand man im Kurier, der nach der Krone zweitgrößten Zeitung Österreichs, folgendes:

Einen norwegischen „Vordenker“, der der Ansicht ist, daß sich „nur Egoisten“ nicht impfen lassen; einen evangelischen Theologen und Medizinethiker, der der Ansicht ist, es sei ein „schwerer strategischer Fehler der Politik gewesen“, von vornherein die „Impfpflicht auszuschließen“, die er auch in indirekter Form „sowohl ethisch wie juristisch für zulässig“ hält; den Chef der Österreichischen Ärztekammer, der der Ansicht ist, „wir werden auch über Impfpflicht reden müssen“, da der „einzige Schlüssel, aus der Pandemie herauszukommen“ die „Impfquote“ sei.

Der Hauskarikaturist Pammesberger liefert regelmäßig Cartoons, in denen die „Impfgegner“ verspottet, ja geradezu beschimpft werden.

Am 15. 9. gab es „Unterschiedliche Stimmen“ zur Impffrage zu sehen: Zuerst zwei nette normale Menschen, ein Herr und eine Dame, die „Kopf“ und“Herz“ repräsentieren. „Der Kopf sagt: Impfen! Selbstverständlich! – Das Herz sagt: Es geht ja nicht nur um mich.“  Der „Bauch“, eine etwas dickere Frau, druckst herum und sagt: „Millionen sind geimpft. Was soll das groß passieren…“

Und zum Schluß „der Oasch“, ein faustschwingender Mann mit zugeknöpftem Mantel und einem Gesäß anstelle eines Kopfes: „Impfdiktatur! Stopp den Impfzwang!!!

Am 16. 9. stellte ein Kurier-Artikel die Frage, ob „Ungeimpfte am Arbeitsplatz privilegiert“ seien. Grund: „Tritt ein Infektionsfall auf, müssen Geimpfte weiterarbeiten, Ungeimpfte gehen heim in Quarantäne“. Deshalb fordern die Neos „finanzielle Nachteile für Ungeimpfte“. Schließlich setze sich ja auch schon in Deutschland das geniale Argument durch: „Jeder hat die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Wer darauf verzichtet, hat keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung.“

Darunter stellt ein kürzerer, gemäßigterer Text die Frage „Wer sind die Ungeimpften?“, Antwort gemäß einer Umfrage: „Vielfach schlicht Unentschlossene, häufig Frauen und Eltern“, eher mit „niedrigem Bildungsstand“ und „Migrationshintergrund“.

Ebenfalls am selben Tag (16. 9.) schrieb der Kurier auf der Titelseite: „Lage in Wien besonders kritisch – Intensivstationen überlastet: Spitäler sagen Operationen ab“, natürlich alles Schuld der „nicht vollständig Geimpften“, deren Anteil an den Intensivpatienten 92,3% betragen haben soll (wie viele Intensivpatienten Wien zu diesem Zeitpunkt insgesamt hatte, wird nicht erwähnt).

Diese dramatische Auslastung der Intensivstationen in Wien wurde mit folgender Grafik belegt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinzu kommen tägliche Einwürfe von Kolumnisten und Leitartiklern, die sichtlich in ihrem Element sind:

Damit uns notorische Impfgegner und Anhänger krauser Impfmythen nicht das (öffentliche) Leben vermasseln, hängt über ihnen das Damokles-G: erst 3-G (geimpft, genesen, getestet), dann 2-G und vielleicht 1-G, ohne geht nix mehr – und das ist gut so. (…) Am Ende steht dann die erfreuliche Steigerung 5-G: Großartig: Genug Geimpfte, Gesellschaft gerettet. (18. 9.)

Sanktionen helfen beim (Um-)Denken… Dass das AMS den Ungeimpften die Leistungen streichen kann, ist ein richtiger Schritt: Schluss mit falsch verstandener Rücksichtnahme. (…) Die Regierenden sind den Geimpften im Wort. Das Versprechen, dass für sie die Pandemie endlich vorbei sei, muss Realität werden. Für Impfverweigerer wird das – im Umkehrschluss – weitere Einschränkungen bedeuten müssen. Wer selbst nicht dazu beiträgt, dass die Gesellschaft gesundet, hat auch keinen Anspruch mehr auf falsch verstandene Rücksichtnahme. (16. 9.)

Das alles sind Stichproben aus einer einzigen österreichischen Tageszeitung während einer einzige Woche, und ähnliche Beispiele könnte man auch aus Deutschland bringen.

Was hier gruppenpsychologisch aufgebaut wird, ist äußerst finster.

Politik und Presse schüren das Ressentiment der Geimpften, denen suggeriert wird, daß sie allein wegen der halsstarrigen Ungeimpften immer noch gefährdet seien und im Maßnahmengefängnis sitzen müssen, wenn auch unter verbesserten Haftbedingungen mit etwas mehr Freigang.

Wer das großzügige „Impfangebot“ der Regierung ausschlägt, wird als „deplorable“, Unbelehrbarer, Asozialer, verantwortungsloser Selbst- und Fremdgefährder, „Schwurbler, „Aluhutträger“ und neuerdings als Terrorist in spe dargestellt (siehe auch diese Galerie).

Wer jetzt immer noch Corona „mit schwerem Verlauf“ bekommt, verdient kein Mitleid mehr, weil er ja an seiner Erkrankung „selbst schuld“ ist. Er ein übler, lästiger Parasit, der der Gesellschaft unnötig auf der Tasche liegt. Eine medizinische Behandlung müßte er gerechterweise aus eigener Tasche bezahlen, wenn er sie denn überhaupt noch verdient hat, wie uns diverse Ethikbeauftragte schon seit Monaten versichern.

Der ungeimpfte Egoist nimmt anderen Patienten, etwa Krebskranken oder Operationsbedürftigen, die Betten und Intensivbetten weg und bringt sie damit unnötig in Lebensgefahr. Mehr noch: Ohne ihn und seine Gesinnungsgenossen gäbe es (fast) keine hospitalisierten Covid-Patienten mehr, die Pandemie wäre endlich vorbei. Ergo: Diese Menschen sollten bestraft werden. Wer nicht hören will, muß fühlen.

Mit anderen Worten: Vor unseren Augen findet eine wahnwitzige, rapide Erosion von medizinethischen Standards statt, unter Beifall der Journaille und mit der Kollaboration eines großen Teils der Ärzteschaft.

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