Die „Todesliste“ – und kein Aufschrei

Foto: Collage

Wenn Extremisten dazu aufrufen, 53 demokratisch gewählte deutsche Politiker mit Sprengstoffattentaten zu ermorden und dazu auch noch die präzise Anleitung zur Herstellung von Sprengstoffen sowie die detaillierten Wohnadressen der 53 Politiker veröffentlichen, müsste ein Aufschrei in sämtlichen deutschen Medien erfolgen.

Von Wolfgang Hübner für P.I.News

Das wäre auch ganz sicher der Fall, wenn es sich bei den bedrohten Politikern um Mitglieder einer der etablierten Parteien oder auch um solche der Linkspartei, DKP oder MLDP handeln würde. Denn dann könnten die Initiatoren dieser „Todesliste“ ja nur aus dem rechten bzw. rechtsextremen Spektrum stammen. Und in fast keinem Bericht zu dem Thema würde vergessen werden, die AfD als geistigen Brandstifter für solche Mordpläne ins böse Spiel zu bringen.

Doch die „Todesliste“, die bereits am 13. September auf der linksextremen Webseite „Indymedia“ veröffentlicht wurde, richtet sich ausschließlich gegen Politiker der AfD, mit dem thüringischen Landes- und Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke an der Spitze der Namensliste. Zwar gab es vereinzelt Meldungen in der Presse über die Existenz der Mordpläne und der Sprengstoffanleitungen. Doch wird der ungeheuerliche Vorfall multimedial auf kleinster Flamme gekocht.

Empörte und entsetzte Leitartikel, Kommentare, Reportagen: Fehlanzeige. Auch wenn mit viel gutem Willen nicht unterstellt werden soll, dass im grünlinken Medienmilieu solche linksterroristischen Umtriebe gebilligt werden, so ist doch das faktische Schweigen darüber absolut skandalös.

Nicht weniger skandalös ist das Wegducken verantwortlicher Politiker in Berlin und anderswo bei diesem Vorgang. Es wäre die Pflicht all derjenigen, die sich so gerne als Demokraten bezeichnen, vorbehaltlos die geplante tödliche Gewalt gegen AfD-Politiker anzuprangern und unabhängig von allen politischen Differenzen Solidarität und Mitgefühl mit den Betroffenen und ihren Familien zum Ausdruck zu bringen.

Doch das fällt natürlich schwer, wenn es um diejenigen Politiker derjenigen Partei geht, die als ausgegrenzt und aussätzig behandelt wird. Um es an dieser Stelle klar zu sagen: Wenn es auch nur zu einem einzigen Anschlagversuch gegen einen der 53 AfD-Politiker kommen sollte, dann haben alle, die geschwiegen haben oder die Mordpläne zu wenig beachtet haben, schwere Mitschuld auf sich geladen.