Brandgefährlich: München zieht vorerst acht E-Busse aus dem Verkehr

Symbolfoto:Von Fabio Tirado/shutterstock

Düsseldorf, Hannover, Stuttgart: Überall dort gab es Großbrände in Busdepots. Jedesmal sollen Elektrofahrzeuge die Ursache gewesen sein. Die Stadt München zieht nun die Konsequenzen und zieht acht baugleiche E-Busse bis zur endgültigen Klärung der Brandursache in Stuttgart aus dem Verkehr.

Der Sachschaden geht in die Millionen und langsam wird klar, warum am 30. September in Stuttgart 25 Busse, darunter zwei mit E-Antrieb, in Flammen aufgingen. Nach derzeitigem Kenntnisstand gehen die Ermittler davon aus, daß die Ursache für den Brand das Laden eines Elektrobusses gewesen ist. Sie überprüften Daten des Brandmeldesystems und der damit verbundenen Temperatursensoren, teilte laut Welt am am Donnerstag eine Polizeisprecherin mit. Man gehe deshalb derzeit von einem technischen Defekt als Brandursache aus. Selbst Baden-Württembergs CDU-Innenminister Thomas Strobl kann es nicht mehr schönreden und geht davon aus, dass ein E-Bus wohl schuld war.

Der Brand in Stuttgart war am Abend gegen 20 Uhr ausgebrochen. Bei dem Feuer waren sechs Angestellte der SSB ärztlich versorgt worden – zwei kamen mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus.

Aktuell sind in Stuttgart keine Elektrobusse mehr im Einsatz und auch in München sieht man rot: die dortige Verkehrsgesellschaft (MVG) nimmt acht Elektrobusse gleichen Typs, solange die Brandursache nicht endgültig geklärt ist, außer Betrieb.

Es ist nicht der erste Großbrand dieser Art: Am 5. Juni zerstörten die Flammen in einem Busdepot in Hannover fünf Elektrobusse, zwei Hybridbusse, einen Diesel- und einen Reisebus. Zuvor traf es in Düsseldorf den Betriebshof der Rheinbahn. 38 Busse, darunter acht Elektrobusse, sowie die Abstellhalle, in der die Fahrzeuge standen, gingen am 1.April in Flammen auf. Die Halle war kurz zuvor für E-Busse umgebaut und mit Ladestationen versehen worden. Auch hier geht der Schaden in die Millionen. Gutachter der Staatsanwaltschaft Düsseldorf kamen im Juni zum Ergebnis, dass der Brand eine technische Ursache hatte, eindeutiger kann man angesichts der enormen Zerstörung und aufgrund des „nachhaltigen Brandfortschritts“ nicht werden.

Da die Batterien von E-Autos aus verschiedenen Zellen zusammengesetzt sind, sind sie im Falle eines Brandes besonders gefährlich: Gerät nur eine Zelle in Brand, greift das Feuer im Sekundenbruchteil auf die anderen über, ein Domino-Effekt, den Experten „Thermal Runaway“ nennen: „Der wesentliche Unterschied ist, dass man bei einem Pkw mit Verbrennungsmotor eine moderate Flammen-Ausbreitung hat. Das heißt, es dauert fünf bis zehn Minuten, bis es dort zu einem Vollbrand kommen kann. Bei einem E-Fahrzeug, gerade wenn es zu einem thermischen Durchgehen kommt, hat man eine explosionsartige Ausbreitung des Brandes. Und das kann innerhalb weniger Sekunden passieren“, erklärt der Brandschutz-Experte Matthias Bohnert gegenüber dem „Südwestrundfunk“. (MS)