Lauterbach jetzt auch Wahrsager!

Karl Lauterbach (Foto:Imago/photothek)

Berlin – Dieser Typ braucht wahrlich das Virus, wie andere die Luft zum Atmen:

SPD-„Gesundheitsexperte“ Karl Lauterbach rechnet verrückterweise damit, dass die Zahl der Impfungen durch das Ende der kostenlosen Bürgertests an diesem Montag steigen wird. „Kostenpflichtige Tests werden dazu führen, dass sich sehr viele noch impfen lassen, weil sie eine regelmäßige Testung vermeiden wollen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben). Es sei nicht zu rechtfertigen, dass Ungeimpfte ihre Tests aus den Steuermitteln der Geimpften bezahlt bekämen.

Der Marburger Bund befürchtet zum Ende der kostenlosen Corona-Tests dagegen einen Anstieg der Infektionszahlen. „Kostenpflichtige Corona-Tests führen dazu, dass sich künftig weniger Menschen mit Symptomen testen lassen werden“, sagte die Vorsitzende, Susanne Johna, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Sonntagausgaben). „Das ist ein Einfallstor für eine weitere Übertragung des Virus.“

Ab Montag sind die Bürgertests nicht mehr kostenlos – so will die Politik den Druck auf Ungeimpfte erhöhen. Es gelten aber Ausnahmen: unter anderem für alle, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder für die noch kein Impfstoff zur Verfügung steht. Erschwerend zur Abschaffung der kostenfreien Tests kommt laut Johna die Unklarheit über die Impfquote der Bevölkerung hinzu.

Das Robert-Koch-Institut hatte am Donnerstag gemeldet, dass anhand von Umfragen zur Impfbereitschaft und Meldedaten doch von einer Impfquote von 80 Prozent doppelt geimpfter Erwachsenen ausgegangen werden könne und von bis zu 84 Prozent mindestens einmal Geimpften. Das wären fünf Prozentpunkte mehr als im Digitalen Impfquoten-Monitoring (DIM) erfasst. Dies zeige ein systematisches Problem, so Johna.

„Es fehlen aktuelle Feldstudien, aus denen wir hochrechnen können, wie hoch etwa die Infektionsrate in der Bevölkerung ist“, so die Medizinerin. „Die wenigen klinischen Studien, die in Deutschland zu Covid-19 aufgelegt wurden, haben im Vergleich zu anderen Ländern nur wenige Patienten eingeschlossen.“ Forschungsdaten müssten frühzeitig und standardisiert auf gut zugänglichen Plattformen zur Verfügung gestellt werden, forderte sie. Deutschland habe sich in der Pandemie immer wieder auf Daten aus Großbritannien verlassen. „Jetzt fehlen verlässliche Zahlen zu Impfquoten in Deutschland und zur Häufigkeit unentdeckter Infektionen“, ergänzte Johna. Dies seien aber wichtige Kriterien, „um über Lockerungen der Schutzmaßnahmen entscheiden zu können“.

So richtig scheint Lauterbach aber von seinem täglichen Geschwafel selber nicht überzeugt zu sein:

Er hat nämlich gleichzeitig mehr Kreativität bei der Werbung für Corona-Impfungen gefordert. „Wir sollten Ärzten, die wirklich Spezialisten sind, die beste Sendezeit bei den Öffentlich-Rechtlichen geben. Direkt vor den Abendnachrichten, die von Millionen Menschen gesehen werden“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

„Und wenn Prominente aus dem Sport wie Jürgen Klopp dazukommen und gemeinsam mit einem Arzt für die Corona-Impfung werben, dann hat das eine starke Wirkung.“ Lauterbach bot an, solche Auftritte selbst zu organisieren. „Wir müssen innovativer sein“, forderte der Gesundheitspolitiker und Epidemiologe.

Argumente der Impfskeptiker seien leicht zu entkräften. „Es gibt keine späten Impfwirkungen bei bekannten Impfungen. Das ist einfach so.“

Was fünf Monate nach der Impfung nicht aufgetreten ist, trete auch später nicht auf, sagte er. „Viruserkrankungen wie Corona erhöhen dagegen das Risiko, in späteren Jahren an Demenz oder Parkinson zu erkranken. Das müssen wir noch viel deutlicher sagen. Langfristschäden der Impfung wird es nicht geben, Langfristschäden von Covid wohl.“

Lauterbach scheint sich nebenher nicht nur als Clown, sondern auch als Wahrsager zu betätigen. Wenn so einer Bundesgesundheitsminister werden kann, zeigt das uns, was da oben im Wolkenkuckucksheim los ist: Der reinste Wahnsinn. (Mit Material von dts)