Jetzt zerfleischen sich auch noch CDU und CSU

Neulich in der CDU-Parteizentrale (Symbolfoto: Von Anna Kraynova/Shutterstock)

In der Verliererecke geht es naturgemäß jetzt richtig zur Sache. Nachdem man Merkels Püppchen Armin Laschet abserviert hat, gehen sich die Schwestersparteien gegenseitig an die Gurgel. Der König aus Bayern, Markus Söder, hat den Anfang gemacht, jetzt kommen die Konter:

Der niedersächsische CDU-Chef Bernd Althusmann hat schwere Vorwürfe gegen die Schwesterpartei CSU erhoben. „Der CSU hat es an Teamgeist in der schwierigsten Phase der Union gefehlt“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die Führungsspitze der CSU trage eine gehörige Portion Mitverantwortung für das schlechte Wahlergebnis der Union.

„So manche Grenze wurde da unnötig überschritten.“ Althusmann sendete zudem einen Ordnungsruf in die Union: „Geschlossenheit ist das Ziel und die erreichen wir nicht, wenn wir weitermachen wie bisher.“ Er forderte, es sollten jetzt alle mal „tief durchatmen“ und nach vorne schauen.

Für die Gremiensitzungen der CDU am Montag forderte Althusmann einen klaren Fahrplan zur Neuaufstellung der Partei. „Ich erwarte, dass das Präsidium einen klaren Zeitplan und einen Verfahrensvorschlag für einen Sonderparteitag der CDU Deutschlands möglichst im Dezember, spätestens im Januar beschließt“, sagte er dem RND. Der Weg, sich auf eine Persönlichkeit zu verständigen, sei extrem ambitioniert. Der CDU-Politiker bekundete Sympathie für eine Mitgliederentscheidung.

„Sollten mehrere Kandidaten vorgeschlagen werden, brauchen wir eine viel stärkere Einbindung aller Parteimitglieder als in der Vergangenheit.“ Die personelle Neuaufstellung solle sich nicht nur auf Männer oder Frauen oder bestimmte Altersjahrgänge konzentrieren, sondern auf die Persönlichkeit der- oder desjenigen, der die CDU in eine Zeit vieler Herausforderungen führe. „Zudem sollten wir den Kompass, das inhaltliche Fundament der Union, neu justieren.“

Das erscheine fast noch wichtiger als die personelle Frage.

Auch auf anderer Ebene wackelt gerade die einsturzgefährdete Bude:

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich nach der Wahlniederlage der Union bei der Bundestagswahl für eine zügige personelle Neuaufstellung der CDU noch in diesem Jahr ausgesprochen. „Wir brauchen insgesamt einen Aufbruch und sollten deshalb unseren gesamten Vorstand neu wählen – und zwar noch im Verlauf dieses Jahres“, sagte der Unionspolitiker der „Welt“. Er selbst wolle dabei allerdings nicht für den Parteivorsitz kandidieren.

„Ich bin gerne bereit, bei der Neuaufstellung im Bund zu helfen, aber nicht in vorderster Front“, sagte Günther. Präsidium und Vorstand der CDU kommen an diesem Montag in Berlin zusammen, um das weitere Vorgehen nach dem angekündigten Rückzug von Parteichef Armin Laschet zu besprechen. Günther kritisierte in diesem Zusammenhang, dass „bei der Debatte über die Neuaufstellung der Partei immer nur Männer eine Rolle spielen. Das stört mich extrem.“ Als Anwärter auf die Nachfolge von Armin Laschet waren zuletzt die Namen Friedrich Merz, Norbert Röttgen, Ralph Brinkhaus und Jens Spahn genannt worden.

Derweil sinken die Umfragewerte für die ehemalige Volkspartei immer weiter und es bleibt fraglich, ob die durchaus nötige Reinigung mit DIESEM Personal überhaupt möglich ist. (Mit Material von dts)