Und wieder: Belarus-Migranten schreien „Germany, Germany“

(Symbolbild:Jouwatch)

„Germany, Germany“, schreien die Migranten an der polnischen Grenze zu Belarus. Sie wollen mit aller Gewalt weiter. Videos zeigen einen zerstörten polnischen Grenzzaun –  doch es bleibt bei einem Versuch – der polnische Grenzschutz und die Armee vereiteln ihre illegale Weiterreise nach Deutschland. 

Für die Polen ist klar, es handelt sich bei den hauptsächlich männlichen Weltreisenden nicht um politisch oder anderweitig Verfolgte: „Diese Menschen versuchen in erster Linie nach Deutschland zu gelangen, und dies wird zu einem großen Teil von wirtschaftlichen Erwägungen bestimmt. Es gibt immer mehr Versuche, die Grenze illegal zu überschreiten. Höchstwahrscheinlich, weil sich derzeit große Gruppen von Ausländern auf belarussischem Territorium befinden“, so die Sprecherin des polnischen Grenzschutzes, Leutnant Anna Michalska.

Von belarussischen Behörden dorthin gebracht, erhalten sie Tipps zur Einreise nach Polen. Dies wurde von den Migranten selbst bestätigt, wie auf den Videoaufnahmen der polnischen Armee zu sehen ist, in denen ein polnischer Offizier, der auf polnischem Territorium steht, drei Migranten auf der anderen Seite des Zauns fragt: „Wer hat Ihnen gesagt, dass Weißrussland Ihnen helfen wird?“. „Andere Leute… in Russland und Weißrussland“, so die Antwort.

Unterdessen kam es zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen – beladen mit künftigen deutschen Neubürgern. Nach einer 30 Kilometer langen Verfolgungsjagd, die der Fahrer sich mit der Polizei lieferte, prallte das Fahrzeug in mit einem Lastwagen zusammen. Einer der illegalen Einwanderer sei getötet, drei verletzt worden, so Poland in. „Erste Ergebnisse deuten darauf hin, daß wir es mit Menschen zu tun haben, die sich illegal auf dem Territorium unseres Landes aufgehalten haben“, erklärt der zuständige stellvertretende Inspektor Tomasz Krupa.

Am 12. Oktober habe es 470 Versuche gegeben, die polnisch-weißrussische Grenze illegal zu überschreiten: „Wir haben zusätzliche Maßnahmen ergriffen, indem wir die Zahl der Soldaten, die zusammen mit Grenzschutzbeamten an der Grenze patrouillieren, erhöhen“, erklärt Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak und fügte hinzu: „Der Zaun wird konsequent ausgebaut, es werden solche Maßnahmen ergriffen, die die Sicherheit Polens und der gesamten Europäischen Union gewährleisten.“

Soldaten, die die Grenze verteidigen, dürfen mit Extra-Zulagen rechnen, beschloß der polnische Verteidigungsminister. Darüberhinaus werden Kindern von Soldaten und Offizieren, die im Dienst sterben oder schwer verletzt werden, Stipendien gewährt.

Am Dienstag trafen sich in Budapest die Ministerpräsidenten der Länder der Visegrad-Gruppe mit dem ägyptischen Präsidenten Abd al-Fattah as-Sisi. Bei dieser Gelegenheit sprach der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki über die Migrationskrise an der polnischen Grenze.

„Die Rolle einer Schmuggelmafia, diese üble Praxis, wurde vom belarussischen Regime übernommen. Dies zeigt, wie gefährlich es ist, künstliche Migrationsspannungen zu erzeugen“, sagte Premierminister Morawiecki.

Diese Erfahrung haben in den letzten Jahren viele europäische Länder gemacht. Der ungarische Premierminister Viktor Orbán sagte: „Dies ist eine Situation, die die Europäische Union gewinnen kann, wenn sie externe Verbündete hat. Ägypten sei aus dieser Sicht der bestmögliche Verbündete, so Orbán, da das Land seine eigene Migrationskrise nicht an andere weitergibt.

„In Ägypten leben derzeit sechs Millionen illegale Einwanderer neben Ägyptern. Wir haben es ihnen nicht erlaubt, weiter nach Europa zu ziehen und ihr Leben zu riskieren, indem sie das Meer überqueren,“ so Ägyptens Präsident Abd al-Fattah as-Sisi. (MS)