Der nächste Preisschock: Brot bald unbezahlbar?

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Es wird ein harter Winter: Nach immer weiter steigenden Energie- und Spritkosten explodieren jetzt auch die Brotpreise: Bald könnte das alltägliche Brötchen mehr als einen Euro kosten, warnt die Bäckerzeitung.

Die Kosten für Getreide haben sich laut Statistischem Bundesamt um ganze 34,4 Prozent erhöht. Andere Backzutaten wie Zuckerverteuerten sich im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar um 40 Prozent, denn Rosinen, Mandeln, Kürbiskerne und Co kommen aus Übersee. Die Transportkosten hätten sich teilweise verzehnfacht, der klagt Chef der Berliner Bäckerinnung Johannes Kamm gegenüber Bild. 

Dazu kommen horrende Energie-Preiserhöhungen. Gas und Strom, um Backöfen zu heizen, werden – auch Dank Energiewende – immer teurer, Spritpreise für den Transport kommen noch obendrauf.

Folge: Die Brotpreise steigen. In Berlin muss der Kunde statt 30 nun 33 Cent bezahlen, im Münsterland darf er nun 45 Cent statt 40 berappen. Auch die beliebten süßen Teilchen wie „Berliner“ oder Krapfen ziehen an – von 1,20 auf 1,30 Euro.

Toastbrot ist im Vergleich zum vergangenen Jahr bereits 10 Prozent teurer geworden, Weißbrot 5 Prozent. Ein Ende ist nicht abzusehen, Tendenz weiter steigend.

Die „Bäckerzeitung“ warnt bereits vor einem noch schnelleren Bäckereisterben: Für viele Betriebe werde die Doppelbelastung durch die überstandene Coronakrise und der jetzige Preisschock bei Rohstoffen und Energie das Aus bedeuten. Um zu überleben, müssten Betriebe die Kosten an ihre Kunden weitergeben. Dann würde das Brötchen bald „weit über einen Euro kosten“, warnt die Bäckerzeitung.

Auch im Nachbarland Österreich herrscht seitens der Bäcker höchste Alarmstufe: „Asien kauft den Getreidemarkt auf. Eine Tonne Mehl kostet schon 400 statt wie bisher 220 Euro!“, erklärt der Kärntner Innungsmeister Martin Vallant. „Unsere Branche hat ohnehin schon hart zu kämpfen. Jetzt kaufen die Asiaten auch noch das Getreide auf. Die Preise explodieren“, so Vallant gegenüber der Kronen Zeitung.

Weltweit gebe es immer weniger Getreidefelder, weil der Anbau sich für viele Bauern nicht mehr lohne. Vor allem Weizen werde knapp, da der von China und Indien aufgekauft werde. „Der Preis für Gebäck wird voraussichtlich um acht bis zehn Prozent angehoben“, so die düstere Prognose Vallants für unser Nachbarland Österreich. (MS)