Ihr habt Hunger? Uns doch egal: Hessen führt 2G-Regel für Supermärkte ein

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Druck, Druck, Druck: In Hessen dürfen alle Einzelhändler – also auch Supermärkte – in ihren Geschäften die 2G-Regel durchsetzen. Das bestätigte die hessische Staatskanzlei gestern. Wie Ungeimpfte an Lebensmittel kommen – deren Problem. Hessen dürfte mit dieser Entscheidung nur der Vorreiter für andere Bundesländer sein.

3G oder 2G, das können nun in Hessen auch Aldi, Lidl, Rewe & Co von ihren Kunden verlangen – der Rest muss draußen bleiben. Wer nun keine geimpften Freunde oder Familienangehörigen hat, der muss hungern. Maskenzwang, Abstand und das allgegenwärtige Desinfektionsmittel reichen den verantwortlichen Politikern, die gerade schwer und im Geheimen mit ihrer Postenverteilung beschäftigt sind, nach zwei Jahren nicht mehr aus und das, obwohl nach jüngsten Angaben des RKI bereits 84 Prozent der Erwachsenen einmal und 80 Prozent vollständig „geimpft“ sind.

Die hessische Landesregierung macht 2G-möglich, hofft aber gleichzeitig darauf, daß die Regelung nicht oder nur vereinzelt umgesetzt wird, denn die Folgen ihrer Entscheidung können für viele Menschen dramatisch sein – sie werden größte Schwierigkeiten haben, an Lebensmittel und andere Dinge für den täglichen Bedarf heranzukommen.

„Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden“, wiegelt der  CDU- Ministerpräsident Volker Bouffier gegenüber der Bild denn auch ab und zieht im nächsten Moment die Drohkeule hervor: „Das heißt dann aber auch, dass ohne 2G weiter die Abstands- und die Maskenpflicht gelten“, belehrt der 69-Jährige den hessischen Untertan.

„Wünsche aus der Branche“ seien der Grund für diese drakonischen Maßnahmen, so die Landesregierung in ihrer Pressemitteilung.

Weiter zum Wohle Hessens bis zum 7. November 2021 verordnet:

  • In Schulen gelten die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken am Sitzplatz sowie die täglichen Testungen unmittelbar nach einem positiven Schnelltest und nicht erst nach der PCR-Bestätigung.
  • In Alten- und Pflegeheimen gilt künftig bei einem einzelnen Infektionsfall kein automatisches Betretungsverbot für die gesamte Einrichtung mehr, stattdessen sind individuell erforderliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
  • In Krankenhäusern gilt eine Testpflicht 2 Mal pro Woche für ungeimpftes Personal.

Ein Leckerlie hat Ministerpräsident Volker Bouffier noch für seine Bürger: Volksfeste wie die anstehenden Weihnachtsmärkte „können ohne Genehmigung bestimmter (mittels Eingangskontrollen zu kontrollierender) Personenzahlen stattfinden“, so der „Landesvater“. (MS)