Auflösungserscheinungen: Union fällt unter 20 Prozent

Foto: Markus Blume (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Wenn das so weitergeht, fällt die ehemalige Volkspartei bei der nächsten Bundestagswahl unter die 5-Prozent-Marke. Verdient hätte sie es. Die Union ist hauptverantwortlich für das Pandemie-Desaster – die SPD allerdings auch, und sie ist bislang ungeschoren davon gekommen:

Drei Wochen nach der Bundestagswahl hält der Abwärtstrend der Union in der Wählergunst an. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut INSA wöchentlich für die „Bild am Sonntag“ erhebt, kommen CDU/CSU in dieser Woche auf nur noch 19 Prozent, das ist ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche und mehr als 5 Punkte weniger als bei der Bundestagswahl. Die SPD bleibt mit unverändert 28 Prozent klar stärkste Kraft.

Die Grünen legen einen Punkt zur Vorwoche zu und erreichen 16 Prozent, die FDP verliert einen Zähler auf 13 Prozent. Die AfD gewinnt einen Punkt auf 11 Prozent, die Linke rutscht auf 4 Prozent ab (minus 1). Die Sonstigen Parteien würden 9 Prozent wählen (plus 1).

Für die „Bild am Sonntag“ hatte das Meinungsforschungsinstitut insgesamt 1.195 Menschen im Zeitraum vom 11. bis zum 15. Oktober befragt (TOM). Frage: „Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, wie würden Sie wählen?“

Die Abrechnung mit Merkel kommt jetzt natürlich viel zu spät. Dafür haben die Feiglinge und Schleimbeutel in der Union gesorgt. Wie hilflos die Verantwortlichen jetzt herumzappeln, belegt diese Meldung:

Die Generalsekretäre von CDU und CSU, Paul Ziemiak und Markus Blume, haben die Schwesterparteien nach der heftigen Kritik der Parteijugend am Zustand der Union aufgerufen, ihr Zerwürfnis über den Wahlkampf zu überwinden und neue Geschlossenheit zu zeigen. „Jetzt geht der Blick nach vorne“, sagte Blume dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Sonntagausgaben). „Wir sind Opposition, wir werden diese Oppositionsrolle nur kraftvoll spielen können, wenn wir uns dann auch wirklich auf unsere Kerntugenden besinnen.“

Das habe auch viel mit Kämpfen zu tun. Die Unzufriedenheit der Delegierten beim „Deutschlandtag“ der Nachwuchsorganisation am Samstag in Münster sei nachvollziehbar, sagte Blume. Nach einem solchen Wahlergebnis – die Union stürzte mit 24,1 Prozent auf ihr bisher schlechtestes Wahlergebnis – müsse es eine ehrliche Aussprache geben.

„Entscheidend ist, dass man jetzt die richtigen Schlüsse zieht.“ Auf die Frage, ob CDU und CSU ihre Zerrissenheit durch den Machtkampf der Parteivorsitzenden Markus Söder und Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur überwinden werde, sagte Blume: „Nach einem klärenden Gewitter ist in der Regel die Sonne wieder da und darauf setzen wir.“ Ziemiak sagte dem RND zum Zustand der Union im Wahlkampf: „Unsere Parteien waren nicht so geschlossen.“

Der kritische Hinweis in den eigenen Reihen, dass sogar die SPD besser zusammengehalten habe, sei „tatsächlich ein harter Vorwurf“. Ziemiak versicherte: „Das nehme ich mir sehr zu Herzen“. Er mahnte aber: „Es gibt keine Patentlösungen nach dem Motto: Jetzt wird alles gut.“

Natürlich müsse kritisch über diesen Wahlkampf gesprochen werden und die Frage der Erneuerung der Union gestellt werden. Die Parteijugend müsse dabei mitgenommen werden. „Ich finde, dass wir eine Verjüngung an allen möglichen Stellen brauchen“, so Ziemiak.

Was für ein Geschwätz. Die Zukunft wird zeigen, ob die CDU-Bonzen wirklich bereit sind, ihre Sessel zu räumen, um der Jugend Platz zu machen. Und die muss beweisen, ob sie wirklich saubermachen will und den von Merkel verursachten Linksruck, der die CDU in den Abgrund geführt hat, aufhalten kann und möchte. (Mit Material von dts)